Wirtschaft

Der Dax und die SchweinegrippeKonzerne sind gerüstet

07.11.2009, 13:19 Uhr

Große deutsche Unternehmen wappnen sich mit Aufklärungs- und Impfaktionen gegen die Schweinegrippe. Mehrere Konzerne sprechen ihren Mitarbeitern klare Impfempfehlungen aus beziehungsweise beginnen mit dem Impfungen.

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Offizielle Impfstellen wurden eingerichtet. (Foto: dpa)

Im deutschen Leitindex (Dax) notierte Unternehmen rüsten sich mit Aufklärungs- und Impfaktionen sowie Pandemieplänen gegen mögliche Schweinegrippe-Ausfälle. "Falls es zu größeren Personalausfällen kommt, stellen wir einen Notbetrieb über individuelle Standort-Lösungen sicher", sagte eine Daimler-Sprecherin der Wirtschaftszeitung "Euro am Sonntag". In Extremfällen könne es auch zu Standortschließungen wie im Frühjahr in Mexiko kommen. "Unser dortiges Werk war drei Tage wegen Schweinegrippe geschlossen."

Unternehmen wie der Stahlkonzern ThyssenKrupp haben ihren Mitarbeitern klare Impfempfehlungen ausgesprochen und auch schon mit Impfungen begonnen. "Unser Stahlwerk in Duisburg-Hamborn ist inzwischen auch offizielle Impfstelle", sagte ein ThyssenKrupp-Sprecher. Ein Krisenstab sei eingerichtet, er stehe wegen der Auslandsmitarbeiter in Kontakt mit dem Auswärtigen Amt.

Keine Gefahr für Konjunktur

Die Lufthansa hat dem Bericht zufolge vergeblich bei den zuständigen Behörden Anträge für Schweinegrippen-Impfaktionen für ihre Mitarbeiter gestellt. "Unsere Flugkapitäne und Flugbegleiter sind von den Gesundheitsbehörden als nicht gefährdet eingestuft worden, so dass es keine Impfaktionen gibt", sagte ein Lufthansa-Sprecher. Siemens belasse es derzeit noch bei Mitarbeiter-Aufklärung über Hygiene- und Impfmaßnahmen. "Wir haben Pandemiepläne, sehen aber noch keine konkrete Gefährdungslage für unser Unternehmen. Sollte sich die Krankheit ausbreiten, können wir schnell und angemessen reagieren", sagte ein Siemens-Sprecher der Zeitung.

Nach Einschätzung von Wirtschaftsforschern wird die Schweinegrippe die Konjunktur in Deutschland zwar kaum abschwächen. Bei der Notfallplanung in den Betrieben und der Krankenversorgung gebe es aber noch bedenkliche Lücken, hieß es in einer Ende Oktober vorgestellten Studie des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI), der Beratungsgesellschaft ADMED und der Allianz-Versicherung.

Quelle: wne/dpa