Wirtschaft

Schmiergelder für KrediteKorruption in Indien boomt

25.11.2010, 12:14 Uhr

Nach einem Megabetrug in der Telekommunikationsbranche kommen immer mehr Korruptionsfälle ans Tageslicht. Einem Magazinbericht zufolge sollen viele Firmen, darunter auch die Muttergesellschaft von Repower, Suzlon, Kredite über Bestechung erhalten haben.

Manmohan-Singh
Regierungschef Manmohan Singh gilt als der ehrlichste Politiker Indiens. Dennoch kreiden viele seiner Regierung an, dass sie die ausufernden Korruption nicht stoppte. (Foto: REUTERS)

Indien wird von einem neuen Korruptionsskandal erschüttert. Wie Medien berichteten, sind mehr Firmen in die Affäre verwickelt als bislang bekannt. In dem Fall geht es um den Vorwurf, dass die private Finanzierungsgesellschaft Money Matters Financial Service hochrangige Bankenmanager für die Vergabe von Firmenkrediten bestochen haben soll.

Die "Economic Times" berichtete unter Berufung auf die indische Ermittlungsbehörde CBI, Money Matters habe auch für die Muttergesellschaft des Windanlagenbauers Repower, Suzlon, versucht, Kredite über Bestechung zu erhalten. Suzlon erklärte, das Unternehmen sei zuversichtlich, dass bei der Kreditvergabe im vergangenen Jahr alle regulatorischen und gesetzlichen Vorschriften eingehalten worden seien.

Am Vortag waren acht hochrangige Bankmanager wegen des Verdachts der Bestechlichkeit festgenommen worden. Sie sollen von Money Matters mehrere Hundert Millionen Dollar angenommen und im Gegenzug Firmenkredite gewährt haben. Zu den Beschuldigten gehört der Chef von LIC Housing Finance und hochrangige Manager von der staatlichen Central Bank of India, Punjab National Bank und Bank of India.

Mobilfunklizenzen verschleudert

Korruption ist generell ein großes Problem in Indien. Mehrere Vorfälle in jüngster Zeit gelten jedoch als die größten dieser Art in der Geschichte des Landes. Zuletzt erfasste ein mehrere Milliarden Dollar schwerer Skandal die Telekommunikationsbranche, der den zuständigen Minister zum Rücktritt zwang. Der Minister für Telekommunikation Andimuthu Raja, soll Staat und Volk um 22 bis 30 Mrd. Euro betrogen haben. Selbst im von Affären geplagten Gandhi-Land werden damit alle Korruptions-Rekorde haushoch gebrochen. Das Geld hätte ausgereicht, um alle hungernden Inder ein Jahrzehnt zu ernähren, schreibt der Wirtschaftskolumnist Prashant Agrawal.

Quelle: ddi/rts