Mittwoch, 29. Dezember 2010
Immer mehr Kleinunternehmer: Kuba korrigiert Fehler
In Kuba schreitet die "Aktualisierung des sozialistischen Modells" voran. Immer mehr Menschen, die ihre Arbeit um Staatssektor verlieren, versuchen, in der entstehenden Privatwirtschaft zu überleben. Nach Angaben von Präsident Raúl Castro sind im staatlichen Bereich rund eine Million Kubaner zu viel beschäftigt.Bereits 80.000 Kubaner haben im Rahmen der Wirtschaftsreformen einen Antrag auf Gründung eines privaten Kleinbetriebes gestellt, über 60 Prozent davon waren Arbeitslose. Die Regierung von Präsident Raúl Castro geht nach Angaben des kommunistischen Zentralorgans "Granma" davon aus, dass im kommenden Jahr weitere 100.000 Menschen beginnen werden, "auf eigene Rechnung" zu arbeiten.
Nach Angaben des Arbeitsministeriums in Havanna handeln die meisten Existenzgründer mit Lebensmitteln. Beliebt seien auch der Straßenverkauf von Musikdisketten sowie der Verkauf von diversen Haushaltsgegenständen.
Castro hatte angesichts der Wirtschaftsmisere Mitte des Jahres beschlossen, private Initiativen zuzulassen, um unter anderem die Produktivität zu erhöhen. Die neuen Kleinunternehmen sollen vor allem viele hunderttausende Menschen in Arbeit und Brot bringen, die in den maroden Staatsbetrieben ihren Job verlieren werden. Castro selbst hatte von einer Million überzähliger Arbeiter im Staatssektor gesprochen.
"Schutz des Sozialismus"
Seit Anfang Oktober ist im Rahmen der "Aktualisierung des sozialistischen Modells" in Kuba die Gründung von privaten Kleinbetrieben in insgesamt 178 Berufen und Dienstleistungen erlaubt, unter anderem Friseure, Obst- und Gemüsehändler, Taxifahrer und Bauern.
Erst vor wenigen Tagen hatte Castro erklärt, das Überleben der kubanischen Revolution hänge davon ab, die in den vergangenen Jahrzehnten begangenen Fehler zu korrigieren. "Die Maßnahmen, die wir umsetzen, zielen darauf ab, den Sozialismus zu schützen", sagte er auf einer Parteisitzung.
dpa
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