Montag, 13. September 2010
Unrentable Staatsbetriebe: Kuba plant Massenentlassungen
Kuba will seine marode Wirtschaft retten. Dazu sollen Hunderttausende aus Ministerien und Staatsbetrieben entlassen werden. Die sozialistische Regierung will die freiwerdenden Arbeitskräfte in neuen privaten Kleinbetrieben unterbringen.Die kubanische Regierung will in den ersten drei Monaten des kommenden Jahres mehr als 500.000 Beschäftigte aus Ministerien und Staatsbetrieben entlassen. Das teilte die Zentrale Gewerkschaft der Arbeiter Kubas (CTC) in ihrem Wochenblatt "Trabajadores" mit.
Bereits Anfang August hatte Präsident Raúl Castro angekündigt, im Zuge seiner Reformen in der angeschlagenen Wirtschaft überzählige Beschäftigte zu entlassen. Sie sollten Jobs in den neu entstehenden privaten Kleinbetrieben bekommen.
Die sozialistische Führung in Havanna erhofft sich von dem Schritt eine Steigerung der Produktivität der schwächelnden Planwirtschaft. "Unser Staat kann und darf Unternehmen und Produktionseinheiten mit aufgeblasenen Belegschaften und Verlusten, die die Wirtschaft belasten, nicht weiter aufrechterhalten", hieß es in einer Mitteilung der CTC. Sie seien kontraproduktiv, erzeugten schlechte Gewohnheiten und deformierten das Verhalten der Arbeiter.
Kuba ist nach der Weltwirtschaftskrise, Unwetterkatastrophen, aber auch durch Korruption und sozialistische Misswirtschaft in eine schwere Krise geraten. Das Land muss unter anderem Lebensmittel für umgerechnet über eine Milliarde Euro importieren.
dpa
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