Wirtschaft

Bieterrennen um BHF-Bank: LGT liegt vorn

Der Verkaufsprozess für die BHF-Bank geht in die entscheidende Phase. Unter den Geboten ist das der liechtensteinischen LGT in der Favoritenrolle. Die Deutsche Bank will die BHF-Bank, die ihr mit der Rettung der Privatbank Sal. Oppenheim zugefallen war, loswerden.

(Foto: picture-alliance / dpa)

Im zähen Verkaufsprozess für die BHF-Bank kristallisiert sich die liechtensteinische LGT als Favorit heraus. Finanzkreisen zufolge hat das Institut ein Angebot eingereicht, das der Deutschen Bank unter dem Strich einen Erlös in der Nähe des Buchwerts der BHF-Bank von rund 650 Millionen Euro einbringen könnte. Die Deutsche Bank will den Verkauf des Frankfurter Instituts noch in diesem Jahr über die Bühne bringen.

Die LGT äußerte sich nicht dazu. Die Deutsche Bank erklärte, es sei "eine Reihe von Angeboten" eingegangen. Man werde diese Angebote nun sorgfältig prüfen und anschließend entscheiden, wie und mit wem  der Prozess fortgeführt werde, teilte das Dax-Unternehmen weiter mit.

In Finanzkreisen war von bis zu vier Offerten die Rede, darunter neben dem LGT-Gebot auch eines des Finanzinvestors Apollo. Interesse wird auch der indischen Hinduja-Gruppe nachgesagt, der bereits die Münchener Privatbank Merck Finck gehört. Ob auch der Finanzinvestor KKR ein Gebot nachreichen wird, war zunächst offen. Dagegen hatte sich die mit KKR verbündete Bielefelder Privatbank Lampe Kreisen zufolge in letzter Minute aus dem Rennen zurückgezogen.

Verkaufen und Gesicht nicht verlieren

Die Deutsche Bank sucht seit Monaten einen Käufer für die BHF-Bank, die ihr mit der Rettung der Privatbank Sal. Oppenheim zugefallen war. Der Branchenprimus hatte frühzeitig klargemacht, dass er einen strategischen Investor bevorzugt. Damit soll eine Zerschlagung der BHF-Bank verhindert werden, die gut 1500 Mitarbeiter beschäftigt. Finanzkreisen zufolge peilt die Deutsche Bank einen Verkauf als Ganzes an.

Die LGT hatte von Anfang an ein Auge gerade auf das Vermögensverwaltungsgeschäft der BHF-Bank geworfen und will nun offenbar nicht alle Unternehmensteile übernehmen. So soll die Deutsche Bank das Kreditgeschäft und den Eigenhandel behalten, wie ein Insider sagte. Von der so abgespeckten BHF-Bank könne die Deutsche Bank einen Teil ihres Eigenkapitals abziehen. Die LGT könne die BHF-Bank selbst ausreichend mit Kapital ausstatten.

Quelle: n-tv.de

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