Wirtschaft

"Gute Anzeichen für Japans Wirtschaft" : Lautes Pfeifen der Notenbank

Die japanische Wirtschaft schrumpft im vierten Quartal 2010. Dennoch macht die Bank of Japan auf Optimismus. Ihr Chef Shirakawa lässt sogar verlauten, dass es seit Jahresbeginn wieder bergauf geht. Er verlangt allerdings von der Regierung in Tokio weitere Reformen.

Masaaki Shirakawa
Masaaki Shirakawa(Foto: picture alliance / dpa)

Die japanische Notenbank sieht die Wirtschaft ihres Landes wieder im Aufwind und will ihre Geldpolitik vorerst nicht weiter lockern. Der Gouverneur der Bank of Japan (BoJ), Masaaki Shirakawa, sprach in Tokio mit Blick auf die jüngste Konjunkturdelle von einer "vorübergehenden Pause", die das Land nun aber hinter sich lasse.

"Wir sehen derzeit gute Anzeichen", sagte Shirakawa weiter. Die japanische Wirtschaft dürfte in den Monaten Oktober bis Dezember 2010 erstmals binnen fünf Quartalen leicht geschrumpft sein. Anfang dieses Jahres hat sich die Wirtschaft seinen Angaben zufolge jedoch wieder gefangen.

Shirakawa ließ sich zugleich eine Hintertür für eine Ausweitung der Stützungsmaßnahmen der Notenbank für die Zukunft offen: "Ich würde nicht sagen, dass wir unsere Maßnahmen zur Lockerung der Geldpolitik schon ausgeschöpft haben." Ob die Notenbank noch mehr tun werde, hänge jedoch von der wirtschaftlichen Entwicklung ab.

In der Deflationsspirale

Der Notenbankchef betonte, die Regierung müsse weitere Reformen vorantreiben, um strukturelle Probleme zu überwinden. Japan steckt seit längerem in einer Deflationsspirale. Dabei sinken die Preise auf breiter Front: Die Verbraucher halten sich in der Erwartung einer weiteren Verbilligung der Güter mit Käufen zurück, worunter wiederum das Investitionsklima leidet.

Shirakawa machte deutlich, dass die Notenbank keinesfalls daran denke, die hohe Schuldenlast des Staates durch das Anwerfen der Notenpresse zu lindern: "Wir möchten nicht als Notenbank gesehen werden, die Staatsdefizite finanziert." Die BoJ hatte im vorigen Jahr die Leitzinsen auf null gesenkt und zugleich einen 61 Milliarden US-Dollar schweren Fonds gebildet, über den unter anderem Staatsanleihen zur Stützung der Wirtschaft aufgekauft werden können.

Quelle: n-tv.de

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