Wirtschaft

Vorstandschef ist müdeLloyds schreibt tiefrote Zahlen

08.11.2011, 09:52 Uhr
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Die Situation für Lloyds bleibt schwierig. (Foto: dpa)

Lloyds ist auch mehr als drei Jahren nach der Finanzkrise nicht über den Berg. Die britische Bank macht von Januar bis September dieses Jahres einen Milliardenverlust. Konzernchef Horta-Osorio nimmt - gesundheitsbedingt - derzeit eine Auszeit.

Die teilverstaatlichte britische Großbank Lloyds hat in den ersten neun Monaten einen Verlust verbucht. Der Fehlbetrag belaufe sich auf 3,86 Milliarden Pfund, teilte das Geldinstitut mit. Das Management machte zugleich deutlich, dass es wegen des schwierigen konjunkturellen Umfelds womöglich einige seiner Geschäftsziele zurückziehen müsse.

Lloyds bekam vor allem die geringeren Margen im klassischen Bankgeschäft zu spüren. Auch die eigene Refinanzierung verursachte höhere Kosten.

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Kurzzeitig "außer Gefecht": Antonio Horta-Osorio. (Foto: REUTERS)

Die Bank hatte die Investoren vergangene Woche mit der Nachricht über den Ermüdungszustand ihres 47-jährigen Vorstandschefs geschockt. Antonio Horta-Osorio, der erst seit März Chef von Lloyds ist, soll aber bis Ende des Jahres wieder in den Job zurückkehren. Finanzchef Tim Tookey hat vorübergehend die Geschäfte übernommen.

Analysten fürchten allerdings, dass die Bank unter einem Führungsvakuum leidet. Seit der globalen Finanzkrise von 2008 hält der britische Staat rund 40 Prozent an Lloyds.

Quelle: rts