Wirtschaft

Kerosinpreis belastet: Lufthansa warnt vor Turbulenzen

Die Lufthansa hat es wegen der Atomkatastrophe in Japan und den Unruhen in Nordafrika im ersten Halbjahr nur knapp in die schwarzen Zahlen geschafft. Der Konzern reagiert mit einem Sparprogramm und stimmt die Aktionäre auf schwierigere Zeiten ein.

Lufthansa-Aktionäre auf einer Hauptversammlung.
Lufthansa-Aktionäre auf einer Hauptversammlung.(Foto: REUTERS)

Die Lufthansa stellt ihre Aktionäre auf Turbulenzen in der zweiten Jahreshälfte ein. Größte Herausforderungen seien weiterhin der hohe Ölpreis und der Wettbewerbsdruck in einigen Märkten, teilte der Vorstand mit. So stiegen die Ausgaben für Kerosin allein im ersten Halbjahr um ein Viertel auf 3 Mrd. Euro.

Wegen der Atomkatastrophe in Japan und den Unruhen in Nordafrika flog Deutschlands größte Fluggesellschaft nur knapp in die schwarzen Zahlen. Der operative Gewinn lag bei 3 Mio. Euro. Im Vorjahreszeitraum war noch ein Verlust von 171 Mio. Euro angefallen - allerdings hatte damals die Aschewolke aus Island den Flugverkehr tagelang gelähmt. Zudem streikten die Piloten.

Swiss trotzt dem Trend

Das boomende Geschäft mit der Fracht federte die Belastungen aus den Krisen in Nordafrika und Japan ab. Die Konzerntochter Lufthansa Cargo konnte mit einem operativen Gewinn von 133 Mio. Euro fast an den Rekordwert von 144 Mio. Euro aus dem Vorjahr anknüpfen. Auch andere Konzernbereiche wie Technik und Catering brachten positive Beiträge. Im Passagiergeschäft wies hingegen einzig die Konzerntochter Swiss schwarze Zahlen aus.

Die Fluglinien unter der Marke Lufthansa sowie die Töchter Austrian Airlines (AUA), British Midland (BMI) und Germanwings konnten die Belastungen hingegen nicht ausgleichen. Auch wegen der um fast ein Viertel gestiegenen Treibstoffkosten wies die Passagiersparte einen Verlust von 239 Mio. Euro aus. Ein Jahr zuvor hatte der Geschäftsbereich infolge der Flugausfälle nach dem Vulkanausbruch in Island mit 342 Mio. Euro in den roten Zahlen gesteckt.

Prognose bleibt unverändert

Aufgrund der hohen Nachfrage nach Flugreisen kletterte der Konzernumsatz in der ersten Jahreshälfte um elf Prozent auf 14,1 Mrd. Euro. Im Gesamtjahr strebt die Lufthansa weiterhin einen operativen Gewinn und Umsatz über dem Vorjahresniveau an. 2010 hatte die Lufthansa bei einem Umsatz von 27,3 Mrd. Euro einen operativen Gewinn in Höhe von 876 Mio. Euro erwirtschaftet.

Angesichts des geringen der Entwicklung im ersten Halbjahr kündigte das Management "zum Teil weitreichende Restrukturierungsmaßnahmen" an. Besonders unzufrieden ist der Konzern mit der wirtschaftlichen Entwicklung der Töchter Austrian Airlines (AUA) und British Midland (BMI).

Beide Airlines seien im Konzern am stärksten von den Auswirkungen der Geschehnisse in Japan und Nordafrika betroffen, begründete Deutschlands größte Fluggesellschaft die angekündigten Einsparungen.

AUA soll trotz der widrigen Rahmenbedingungen im laufenden Jahr ein positives operatives Ergebnis erreichen. Aus diesem Grund wurden die Personalkosten eingefroren und ein Einstellungsstopp verhängt. Außerdem werden die Flugpläne flexibel an die Nachfrage angepasst. Im ersten Halbjahr lag der operative Verlust bei 64 Mio. Euro.

Weitaus schlechter schnitt Britisch Midland (BMI) ab. Hier stieg der operative Verlust auf 120 Mio. Euro.

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Quelle: n-tv.de

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