Krise rüttelt am ImageMAN fährt tiefrot
Erst die kostenintensive Beteiligung am Konkurrenten Scania, dann die Korruptionsaffäre - kein Wunder, dass MAN im abgelaufenen Geschäftsjahr ins Minus gefahren ist. Aber auch der Umsatz macht Sorgen.
Der Lastwagen- und Maschinenbauer MAN ist im Krisenjahr 2009 überraschend tief in die roten Zahlen gerutscht. Nach Steuern stand ein Verlust von 258 Millionen Euro zu Buche, wie der Konzern mitteilte. 2008 hatte MAN noch einen Nettogewinn von 1,25 Milliarden Euro ausgewiesen. Im vergangenen Jahr drückten hohe Sonderlasten wie Abschreibungen auf die Beteiligung am ebenfalls krisengebeutelten schwedischen Rivalen Scania oder die Millionenbuße für die Korruptionsaffäre das Ergebnis um gut 700 Millionen. Analysten hatten im Schnitt lediglich mit einem Fehlbetrag von 158 Millionen Euro gerechnet. Operativ verbuchte MAN einen Gewinn von 504 Millionen Euro, nach 1,7 Milliarden Euro im Vorjahr.
An der Börse fiel die MAN-Aktie zu Handelsbeginn um mehr als ein Prozent und war damit der einzige Verlierer im Leitindex Dax.
Der Umsatz gab 2009 um 20 Prozent auf zwölf Milliarden Euro nach, vor allem wegen massiver Rückgänge im Nutzfahrzeuggeschäft. Der Auftragseingang brach um 30 Prozent auf 9,9 Milliarden Euro ein. Der Marktrückgang habe sich im Inland wie im Ausland gezeigt, hieß es. In der Nutzfahrzeugsparte gingen 43 Prozent weniger Bestellungen ein, vor allem neue Schwerlaster fanden kaum Käufer. Im Jahresverlauf stabilisierte sich das Geschäft auf niedrigem Niveau. 2010 werde das Niveau ähnlich bleiben wie 2009. Die Nutzfahrzeugsparte verbuchte im vergangenen Jahr einen operativen Verlust von 91 Millionen Euro. Für ein wenig Linderung sorgte das Lkw-Geschäft in Brasilien, das MAN von Großaktionär Volkswagen gekauft hatte und seit 31. März 2009 konsolidiert.
Dividende geplant
In der Dieselsparte ging zwar die Nachfrage nach Schiffsmotoren zurück, Kraftwerks- und Serviceaufträge sorgten aber für Stabilisierung. Der operative Gewinn gab auf 342 von 390 Millionen Euro nach. Die Sparte wird im Frühjahr mit dem Teilbereich Turbo fusioniert. MAN will sich so robuster gegen Schwankungen im zyklischen Nutzfahrzeuggeschäft machen. Die Wachstums- und Kostensynergien beliefen sich durch die Spartenfusion auf rund 60 Millionen Euro, hieß es.
Für das Krisenjahr 2009 will die MAN-Spitze eine Dividende von 0,25 Euro je Aktie zahlen. Im Jahr zuvor hatte der Konzern noch 2,00 Euro je Anteilsschein ausgeschüttet.