Wirtschaft

Auftragseingang verliert an SchwungMAN spürt Hauch von Flaute

02.11.2011, 10:31 Uhr

Der Brummibauer MAN stellt sich auf schwierigere Zeiten ein. Zwar bleibt der Konzern bei seiner Jahresprognose, doch Vorstandschef Pachta-Reyhofen erwartet auf mittlere Sicht abflauende Wachstumsraten. Die Neubestellungen flattern schon jetzt nicht mehr so schwungvoll auf den Tisch.

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(Foto: dpa)

Der Lastwagen- und Maschinenbauer MAN spürt erste Bremsspuren bei der Nachfrage. Im dritten Quartal schwächte sich der Auftragseingang leicht ab auf gut vier Mrd. Euro. Damit lag der Wert der Neubestellungen niedriger als in den beiden Vorquartalen, aber immer noch zehn Prozent höher als vor Jahresfrist.

Die Wechselbäder an den Finanzmärkten, die Sorgen um drohende Staatspleiten und die aufkommende Unsicherheit hätten sich bisher beim MAN-Konzern und seinen Kunden nicht wirklich niedergeschlagen, teilte Vorstandssprecher Georg Pachta-Reyhofen mit. "Auf mittlere Sicht werden wir mit einer gewissen Verunsicherung und abflauenden Wachstumsraten zurechtkommen müssen", schränkte er aber ein.

Prognose bleibt

Für das Gesamtjahr bekräftigte der MAN-Chef die Prognose, wonach der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um zehn bis 15 Prozent steigen und die Rendite leicht über 8,5 Prozent liegen wird. "2011 wird für die MAN-Gruppe sicher ein sehr erfolgreiches Jahr. Auch der mittelfristige Trend weist weiterhin nach oben."

Die Lkw-Branche reagiert empfindlich auf Konjunkturschwankungen und gilt deshalb als Frühindikator. Weil die Kunden zuletzt mit Neubestellungen zögerten, hatte der schwedische Hersteller Scania bereits angekündigt, die Produktion ab November zu drosseln. Volvo will ab Anfang kommenden Jahres in Europa weniger Fahrzeuge herstellen. Europas größter Lkw-Bauer Daimler spürt dagegen nach eigenen Angaben keinen Rückgang im Auftragseingang.

Verhaltene Nachfrage

Bei MAN wuchsen die Neubestellungen in der Sparte Truck & Bus, die das europäische Lkw- und Bus-Geschäft umfasst, im dritten Quartal um neun Prozent, in den ersten neun Monaten um 23 Prozent. Hohe Zuwächse seien in Russland, der Türkei und Polen erzielt worden. Umsatz und Ergebnis legten in der Folge ebenfalls zu. Für das vierte Quartal geht MAN von einer "eher verhaltenen Nachfrage auf dem europäischen Nutzfahrzeugmarkt" aus. Die Umsatzrendite werde im Gesamtjahr über sechs Prozent liegen. Im brummenden Nutzfahrzeuggeschäft in Lateinamerika erwartet MAN dagegen weiter eine Marge im zweistelligen Prozentbereich, auch wenn sich die konjunkturelle Dynamik im wichtigen Markt Brasilien verlangsamt habe.

Der Gesamtkonzern erzielte im dritten Quartal eine Umsatzrendite von acht Prozent, nach 8,6 Prozent vor Jahresfrist. Die Erlöse kletterten um sieben Prozent auf 4,034 Mrd. Euro, das operative Ergebnis ging um ein Prozent auf 321 Mio. Euro zurück. Analysten hatten hier mit etwas höheren Zahlen gerechnet.

Quelle: nne/rts