Wirtschaft
(Foto: picture alliance / dpa)

Keine Probleme am Kapitalmarkt: Madrid und Paris zapfen an

Die europäische Schuldenkrise sorgt seit Monaten für Hiobsbotschaften. So ist jede positive Nachricht willkommen. Spanien und Frankreich gelingt es erfolgreich, Anleihen zu niedrigeren Zinsen zu platzieren. Das Sparprogramm der spanischen Regierung von Ministerpräsident Rajoy scheint für mehr Vertrauen bei den Anlegern zu sorgen.

Chart

Spanien hat den Kapitalmarkt erfolgreich angezapft und sich zu günstigeren Zinsen verschuldet. Das Land mit der viertgrößten Wirtschaft der Eurozone platzierte Staatsanleihen im Volumen von rund 4,5 Milliarden Euro.

Die Zinsen für Papiere mit einer Laufzeit bis 2015 sanken auf 2,86 Prozent, nach etwa 3,4 Prozent bei einer ähnlichen Auktion im Januar. Die Rendite für Anleihen bis 2016 fielen auf 3,455 von rund 4,0 Prozent, für Anleihen bis 2017 auf 3,565 Prozent. Die Nachfrage der Investoren war insgesamt rund doppelt so hoch wie das Angebot.        

Spanien ist zuletzt etwas aus dem Fokus der Finanzmärkte geraten. Das strikte Spar- und Reformprogramm des neuen Regierungschefs Mariano Rajoy sorgte an den Märkten wieder für mehr Vertrauen.

Auch die zweitgrößte Eurozonen-Wirtschaft Frankreich konnte sich trotz des Entzugs ihrer Top-Bonität durch die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) immer noch problemlos refinanzieren. Bei einer Auktion langlaufender Anleihen musste der französische Staat den Anlegern sogar weniger Zinsen bieten als noch zu Beginn des Jahres. Die Nachfrage war teils sehr stark, wie aus Zahlen der französischen Notenbank hervorgeht. Am freien Markt, wo bestehende Anleihen gehandelt werden, wurden die Ergebnisse positiv aufgenommen. Auch hier gingen die Renditen zurück.

Insgesamt nahm Frankreich mit drei Anleihen 7,962 Milliarden Euro auf, womit die angestrebte Kapitalaufnahme von bis zu acht Milliarden Euro fast erreicht wurde. Eine neue zehnjährige Anleihe spülte dem Staat knapp 5,7 Milliarden Euro in die Kasse. Die zu zahlende Rendite sank von 3,29 Prozent bei einer vergleichbaren Auktion Anfang Januar auf 3,13 Prozent. Die Überzeichnung - also das Verhältnis von Nachfrage zu Angebot - lag bei 1,71.

Deutlich stärker war die Nachfrage bei den anderen beiden Anleihen mit acht- und sechsjähriger Laufzeit. Hier lag die Nachfrage teils mehr als viermal so hoch wie das Angebot. Die Renditen lagen bei 2,91 Prozent (2020) und 2,44 Prozent (2018). Da ähnliche Auktionen lange zurückliegen, ist ein direkter Rendite-Vergleich wenig aussagekräftig.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen