Containergeschäft bleibt frustrierendMaersk bläst Trübsal
Die Flaute im weltweiten Containergeschäft und gesunkene Ölpreise haben den dänischen Multikonzern A.P. Moelller Maersk tief in die Verlustzone gebracht.
Wie das Unternehmen mit der größten Containerflotte der Welt mitteilte, wurden in den ersten neun Monaten ein Nettoverlust von 3,9 Mrd. Kronen (524 Mio. Euro) eingefahren. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres hatte die auch bei der Öl- und Gasförderung aktive Gruppe einen Gewinn 17,7 Mrd. Kronen erwirtschaftet.
Der Umsatz fiel um 17 Prozent auf 192,9 Mrd. Kronen. Für das gesamte Jahr sei mit einem Verlust von umgerechnet einer Milliarde Dollar zu rechnen, erklärte Konzernchef Nils Smedegaard Andersen. Dabei gebe es mit Blick auf die Entwicklung von Frachtraten, beim Dollarkurs sowie den Ölpreisen noch erhebliche Unsicherheiten für das vierte Quartal. Die globale Wirtschaftskrise habe schwere Auswirkungen auf die Containerschifffahrt, hieß es weiter. Der Markt sei noch immer von niedrigen Frachtraten und zu viel Transportkapazität geprägt.
Verhaltener Ausblick
Viele Analysten hatten gehofft, Maersk würde den Ausblick angesichts von ersten hoffnungsvollen Anzeichen auf steigende Nachfrage anheben. Die Frachtraten im dritten Quartal hatten zwar höher als im zweiten gelegen, so Maersk. Doch Prognosen seien angesichts des schwierigen Umfelds noch immer außerordentlich unsicher. Die Kombination aus Kapazitätsreduzierungen und wachsender Frachtmenge habe die Frachtraten zwar steigen lassen. Dennoch seien sie noch immer deutlich geringer als vor einem Jahr. Die Raten müssten also kräftig ansteigen, bevor das Containergeschäft wieder profitabel werde.
Problematisch für Reedereien wie Maersk ist, dass sie zahlreiche Containerschiffe langfristig zu hohen Raten gechartert haben. Sie haben also nun viel zu viel Transportkapazität und müssen für viele Schiffe eine Tagescharter zahlen, die die Gewinne deutlich übersteigt. Deshalb verhandeln große Containerreedereien mit den Vercharterern Vertäge nach. Außerdem sind in den Zeiten des Schifffahrtsbooms zahlreiche große Schiffe in Auftrag gegeben worden, die nun nach und nach von den Werften ausgeliefert werden und für noch mehr überflüssige Transportkapazität sorgen - und damit die Frachtraten unter Druck setzen.