Samstag, 07. November 2009
Skandal um Hedgefonds K1: Manager mit Diplomatenstatus?
Der Aschaffenburger besitzt nach Medienangaben einen Diplomatenpass des afrikanischen Staates Guinea-Bissau. Die Staatsanwaltschaft bezweifelt dies. Der 50-Jährige sitzt derzeit in Würzburg in Untersuchungshaft.Der wegen Untreue- und Betrugsverdachts inhaftierte Hedgefonds-Manager Helmut Kiener nimmt laut übereinstimmenden Medienberichten Diplomatenstatus für sich in Anspruch. Der Aschaffenburger besitze einen Diplomatenpass des afrikanischen Zwergstaates Guinea-Bissau, berichtet der "Spiegel". Der 50-Jährige sitzt derzeit in Würzburg in Untersuchungshaft. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft bezweifelte in dem Blatt dagegen den Diplomatenstatus des Mannes.
Auf der Internetseite des niederländischen Außenministeriums wird er laut "Spiegel" zwar als Attaché der Brüsseler Botschaft geführt. Der Manager und weitere Geschäftsleute sollen diese Pässe jedoch für Preise zwischen 30.000 und 400.000 Dollar direkt von der Botschaft in Belgien gekauft haben, schreibt das Nachrichtenmagazin unter Berufung auf afrikanische Diplomatenkreise weiter. Die Papiere seien aber im Außenministerium von Guinea-Bissau nicht registriert.
Laut "Focus" nimmt der Münchner Anwalt des Managers, Lutz Libbertz, in einer Haftbeschwerde Diplomatenstatus und damit Immunität für seinen Mandanten in Anspruch.
Der Tatverdächtige soll mit seinem Anlagefonds K1 internationale Großbanken um etliche Millionen Euro gebracht haben. Nach Medienangaben geht es um einen Schaden von etwa 200 Mio. Euro. Dem US-amerikanischen Wirtschaftsdienst Bloomberg zufolge, der die Schadenshöhe sogar auf umgerechnet 270 Mio. Euro bezifferte, betrifft der Verlust internationale Banken wie Barclays, JP Morgan Chase und BNP Paribas.
rts
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