Wirtschaft

Eine Frage des MaßstabsMaschinenbau kommt in Gang

31.03.2010, 12:43 Uhr

Über sich füllende Auftragsbücher freuen sich derzeit die deutschen Maschinenbauer. Die Zuwachsraten betragen in manchen Teilbereichen bis zu 100 Prozent. Einen Wermutstropfen gibt es aber auch.

mb
Maschinenbau verzeichnet Orderschwung aus dem Ausland. (Foto: picture alliance / dpa)

Bei den von der Wirtschaftskrise gebeutelten Maschinenbauern füllen sich dank der steigenden Nachfrage aus dem Ausland langsam wieder die Auftragsbücher. Im Februar kletterten die Order gegenüber dem Vorjahresmonat um 26 Prozent, wie der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) mitteilte. "Wir haben im Dreimonatsvergleich in 20 von 29 Fachzweigen Plusraten bei den Auftragseingängen", sagte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers. Die Zuwachsraten in den verschiedenen Bereichen reichten von 2 Prozent bis über 100 Prozent. Er wies jedoch darauf hin, dass der Februar 2009 zu den schwächsten Monaten des Vorjahres gehörte.

Die Auslands-Order der Branche, zu der neben zahlreichen Mittelständlern auch börsennotierte Unternehmen wie ThyssenKrupp , Gea und Gildemeister gehören, legte um 32 Prozent zu, während das Plus im Inland nur halb so groß ausfiel. Staaten wie China und Brasilien seien die Wachstumstreiber, sagte Wiechers. Vor allem die früh in die Krise geratenen Hersteller von Textil- oder Gießereimaschinen verzeichneten hohe Zuwachsraten.

Für übertriebenen Optimismus sieht Wiechers trotz der Zuwächse keinen Anlass. "Wir erwarten bei den Auftragseingängen eine sehr volatile Entwicklung mit Ausreißern nach oben und nach unten." Er bekräftigte die Prognose, wonach die Produktion der Hersteller von Maschinen "Made in Germany" in diesem Jahr stagnieren wird. Im vergangenen Jahr war die Produktion um ein Viertel gefallen. Von Januar 2009 bis Januar 2010 wurden etwa 52.000 Arbeitsplätze abgebaut. Im deutschen Maschinenbau waren im Januar 911.000 Mitarbeiter beschäftigt.

Quelle: rts