Wirtschaft
Milliardenschwere Firmenwerte unter freiem Himmel: Die Lenin-Mine bei Meschduretschensk im südlichen Sibirien.
Milliardenschwere Firmenwerte unter freiem Himmel: Die Lenin-Mine bei Meschduretschensk im südlichen Sibirien.(Foto: REUTERS)

Russlands Minenriese taumelt: Mechel steht vor der Pleite

Wie steht es um die russische Wirtschaft? Die Schwierigkeiten eines Rohstoffkonzerns mit Sitz in Moskau wecken ernste Sorgen vor einem größeren Zusammenbruch. Verweigert der Kreml die notwendige Hilfe?

Die russische Regierung hat offenbar Pläne für eine Rettung des Stahlkonzerns Mechel aufgegeben und will den überschuldeten Konzern pleitegehen lassen. Eine Insolvenz sei wohl kaum noch abzuwenden, sagte Wirtschaftsminister Alexej Uljukajew am Rande einer Konferenz in Sotschi.

"Es ist sehr schwierig, eine andere vernünftige Lösung vorzuschlagen", erklärte Uljukajew. "Wir sollten uns wahrscheinlich den Tatsachen stellen - wenn eine Firma bankrott ist, sollte dies auch offiziell festgestellt werden."

Mechel ächzt unter einem Schuldenberg von umgerechnet fast sieben Milliarden Euro. Die Regierung in Moskau hatte sich monatelang bemüht, dem Konzern mit 70.000 Mitarbeitern zur Hilfe zu kommen. So hatte sie erwogen, dem Konzern eine Eisenbahnstrecke abzukaufen. Uljukajew erklärte nun jedoch, für dieses Vorhaben fehle das Geld.

Mechel selbst zieht in Betracht, die wichtigsten Bestandteile des Konzerns in den kommenden Jahren für rund zwei Milliarden Euro zu verkaufen. Zudem wünscht sich das Unternehmen von seinen wichtigsten Gläubigerbanken VTB, Sberbank und Gazprombank eine Umstrukturierung der Schulden.

VTB-Chef Andrei Kostin hatte jedoch kurz vor dem Wochenende erklärt, dass dies dem Unternehmen langfristig nicht wieder auf die Beine helfen würde. Deshalb müsse das Geldhaus rechtliche Schritte einleiten, um sein Geld zurückzubekommen.

Hardware-intensives Geschäft

Mechel ist ein international tätiger Minen- und Stahlkonzern, der über seine verschiedenen Geschäftsbereiche beinahe den kompletten Produktionsprozess abdeckt - von der Rohstoffförderung im Erz- und Kohlebergbau, über den Transport und die Energieerzeugung bis hin zur Weiterverarbeitung und Veredelung in Stahl- und Industriemetallschmelzen.

Mechel steht unter der Leitung des Haupteigentümer Igor V. Sjusin. Im vergangenen Jahr kam Mechel auf einen Umsatz von 8,6 Milliarden Dollar. Die Aktien des Konzerns sind an der New Yorker Börse notiert.

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Quelle: n-tv.de

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