Montag, 25. Januar 2010
Schrauben an der Kurzarbeit: Metaller fürchten Jobverlust
In der Metallindustrie verabschieden sich Gewerkschafter immer mehr von alten Positionen. Lohnforderungen rücken angesichts anhaltender Konjunktursorgen in den Hintergrund. Stattdessen will sich die IG Metall verstärkt für den Erhalt von Betrieben und Arbeitsplätzen einsetzen.
Sondierungsgespräche mit den Arbeitgebern: Das Instrument der Kurzarbeit hat viele Freunde.
(Foto: AP)
Die IG Metall sieht als Folge der Wirtschaftskrise allein in ihrer Branche weit mehr als eine halbe Million Arbeitsplätze gefährdet. "Wir gehen von bis zu 700.000 bedrohten Arbeitsplätzen in unseren Branchen bis Ende 2012 aus", sagte IG-Metall-Chef Berthold Huber.
Für die Gewerkschaft bleibe daher auch 2010 die Sicherung der Beschäftigung und der Erhalt von Betrieben oberste Priorität. Derzeit führt die Gewerkschaft auf Bezirksebene im Vorfeld der anstehenden Tarifrunde mit den Arbeitgeberverbänden Sondierungsgespräche über die Fortsetzung der Kurzarbeit. Die Gespräche könnten aber nicht unbegrenzt fortgeführt werden, sagte Huber.
Die IG Metall hatte vorgeschlagen, dass kriselnde Unternehmen die Arbeitszeit weiter kürzen können. Die Arbeitnehmer sollen aber für einen Teil der weggefallenen Stunden einen finanziellen Ausgleich erhalten. Die Gewerkschaft will ferner Regelungen für die Übernahme von Beschäftigten nach Abschluss ihrer Ausbildung und Regelungen für die Leiharbeit erreichen.
Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser hatte allerdings unlängst einen Teillohnausgleich für die Firmen als schwierig bezeichnet. Eine solche Maßnahme treibe die Kosten in die Höhe.
"Wir brauchen bald Klarheit, ob die Arbeitgeber bereit sind, mit uns ein solches Paket zu vereinbaren", sagte Huber. Der IG-Metall-Vorstand werde am 9. Februar wieder zusammentreffen. "Dann müssen wir wissen, ob und was geht", sagte Huber. Nur dann seien Verhandlungen sinnvoll.
Die Wirtschaftsleistung in Deutschland war im vergangenen Jahr um fünf Prozent geschrumpft. Die Bundesregierung erwartet für das laufende Jahr zwar wieder ein Wachstum von 1,5 Prozent. Die jüngsten Konjunkturdaten signalisieren aber, dass der Aufschwung zuletzt wieder an Dynamik eingebüßt hat.
rts
Hintergründe zur Nachricht
Bilderserien zur Nachricht
Videos zur Nachricht
Wirtschaft
-
Alarmglocken schrillen
Verluste in Asien auf breiter Front
-
Brent in Richtung 100 Dollar
Ölpreise bleiben auf Talfahrt
-
Von wegen Wonnemonat Mai
Dax-Talfahrt geht weiter
-
Zeitenwende bei der Deutschen Bank
Ackermann tritt ab
-
"Dinge beginnen, hässlich zu werden"
Spanien-Sorgen belasten Euro
-
Instagram-Deal macht Sorgen
Facebook-Kurs steckt in Abwärtsspirale
-
Griechenland-Exit kein Todesstoß
Axa sorgt vor
-
Stimmungstöter Europa
Kursverluste an der Wall Street
-
Telefonica überrascht
O2 soll an die Börse
-
Presta-Mitarbeiter müssen gehen
ThyssenKrupp kündigt
-
Griechenland-Exporte
Euler Hermes versichert nicht
-
Hiobsbotschaften und "Todeskreuz"
Dax kennt kein Halten
