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Wirtschaft

Freitag, 04. September 2009

"Davon kann niemand existieren": Milchbauern fürchten Pleiten

Um sinnvoll wirtschaften zu können, brauchen die Milchbauern mindestens 40 Cent je Liter Frischmilch.

Um sinnvoll wirtschaften zu können, brauchen die Milchbauern mindestens 40 Cent je Liter Frischmilch.

Die Milchviehhalter befürchten wegen der niedrigen Milchpreise das Aus für viele Milchbetriebe in Europa. "Zu den Preisen kann niemand existieren", sagte der Vorsitzende des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter und des Europäischen Milch-Boards, Romuald Schaber. Wenn sich die Situation nicht schnell ändere, würden Betriebe "massenweise" in die Pleite getrieben.

Die Bauern in Deutschland bekämen derzeit 18 bis 24 Cent pro Liter im Durchschnitt für die Milch. Die Zahl der Milchkuhhalter war nach Angaben des Statistischen Bundesamts im Vergleich zum Vorjahr um zwei Prozent auf 97.000 zurückgegangen.

Ein Bündnis von neun Verbänden forderte die EU-Kommission und Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) auf, die Milchmenge zu senken. "Zehntausende europäische Milchbauern sind in ihrer wirtschaftlichen Existenz akut gefährdet", erklärte das Bündnis. Der Preisverfall habe sich mit mehr EU-Exportsubventionen und der Ausweitung der Produktion nicht aufhalten lassen, obwohl dies die Steuerzahler rund 600 Mio. Euro in diesem Jahr koste.

Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, der Grünen-Politiker Friedrich-Wilhelm Graefe zu Baringdorf, betonte, es gehe nicht um einen Garantiepreis für Milch. Das Ziel sei, dass die Bauern ihre Produktion stärker an der Nachfrage ausrichten.

Am kommenden Montag treffen sich in Brüssel die Agrarminister der Europäischen Union (EU). Aigner fordert wie der Deutsche Bauernverband mehr Exporthilfen. Der Bauernverband lehnt eine Mengensteuerung ab. Er sieht nach dem monatelangen Tief ebenso wie die Molkereien wieder Chancen für höhere Milchpreise.

wne/dpa

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