Montag, 08. März 2010
"Störanfällige Erholung": Mittelstandsindex gibt nach
(Foto: picture-alliance/ dpa)
Die Stimmung in den Chefetagen des deutschen Mittelstands hat sich im Februar erstmals seit zehn Monaten wieder eingetrübt. Die Firmen beurteilten vor allem ihre gegenwärtige Lage düsterer als noch im Januar, die Erwartungen sind dagegen stabil.
Das Mittelstandsbarometer der KfW-Bankengruppe und des Münchner Ifo-Instituts gab 1,8 Zähler auf 1,0 Saldenpunkte nach. "Der Rückgang des KfW-Ifo-Geschäftsklimas zeigt, dass die wirtschaftliche Erholung schwächlich und störanfällig bleibt", sagte KfW-Chefvolkswirt Norbert Irsch. Die Forderungen nach einem Ausstieg aus der expansiven Geld- und Fiskalpolitik seien verfrüht.
Insbesondere im Einzelhandel und im Verarbeitenden Gewerbe trübte sich das Geschäftsklima ein. Im Bauhauptgewerbe ist die Stimmung dagegen besser als noch im Vormonat. "Dies ist angesichts des außergewöhnlich schneereichen Winters durchaus erstaunlich und deutet auf eine anhaltende Stützung des Sektors durch die im letzten Jahr verabschiedeten Konjunkturpakete der Bundesregierung hin", schrieben die Experten. Im Januar brach die Produktion am Bau mit 14,3 Prozent noch so stark ein wie seit 1997 nicht mehr. Die Branche rechnet jedoch damit, die Verluste im weiteren Jahresverlauf wieder aufzuholen.
Der Einbruch am Bau dämpfte die Produktion im Januar insgesamt. Für die kommenden Monate ist nach Einschätzung des Wirtschaftsministeriums aber ein stärkeres Wachstum in Sicht, weil die Firmen zuletzt spürbar mehr Aufträge eingeholt hatten. Die Bundesregierung erwartet für 2010 ein Wachstum von 1,4 Prozent, nach einem Rekordminus von fünf Prozent 2009.
wne/rts
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