Japan-Katastrophe belastetMunich Re kappt Gewinnziel
Munich Re wird in diesem Jahr weniger Gewinn machen als ursprünglich geplant. Grund für das Umsteuern des Rückversicherers ist das verheerende Erdbeben in Japan. Auch die Naturkatastrophen in Australien und Neuseeland zehren.
Der weltgrößte Rückversicherer Munich Re kassiert wegen
der Katastrophen in Japan sein Gewinnziel für dieses Jahr. Nach der vorläufigen
Schadenschätzung für das verheerende Erdbeben und den nachfolgenden Tsunami könne
das Ziel von rund 2,4 Milliarden Euro nicht aufrecht erhalten werden, teilte das
Dax-Unternehmen in München mit. Munich Re bezifferte die Schäden zunächst auf 1,5
Milliarden Euro vor Steuern.
Hinter dem Gewinnziel hatte bereits zu Beginn des Jahres
ein großes Fragezeichen gestanden. Die schweren Überschwemmungen und Erdbeben in
Australien und Neuseeland hatten 1,1 Milliarden Euro aufgezehrt. Das waren gut zwei
Drittel der Summe, die Munich Re im gesamten Jahr 2010 für Naturkatastrophen aufwenden
musste.
Bei der Bilanzpressekonferenz Anfang März hatte Munich-Re-Chef
Nikolaus von Bomhard das Ziel noch nicht aufgeben wollen. Im weiteren Jahresverlauf
müssten die Großschäden jedoch unter den Erwartungen bleiben, räumte er jedoch ein.
Klarer Überblick erst in Wochen
Diese Hoffnung wurde am 11. März zunichte gemacht. Wegen
des Ausmaßes der Zerstörungen, möglicher weiter Nachbeben und schwieriger Aufräumarbeiten
werde es allerdings noch viele Wochen dauern, bis alle Schäden erfasst seien und
die Schadensmeldungen der japanischen Erstversicherer vorlägen, teilte Munich Re
mit. Weitere Unsicherheiten ergäben sich in Folge der Auswirkungen von Betriebsunterbrechungen
bei japanischen Industrieproduzenten.
Der zweitgrößte Rückversicherer
Swiss Re rechnet bisher mit einer eigenen Schadensbelastung aus der Naturkatastrophe
in Japan in Höhe von 1,2 Milliarden Dollar (rund 846 Millionen Euro).