Samstag, 08. Mai 2010
Ermittlungen ausgeweitet: Neue Vorwürfe gegen Wiedeking
Der ehemalige Porsche-Chef Wiedeking gerät immer stärker ins Visier der Staatsanwaltschaft. Nach Kursmanipulation wirft die Strafverfolgungsbehörde ihm nun auch andere Täuschungsdelikte vor.Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft weitet nach Informationen der Zeitung "Sonntag Aktuell" die Ermittlungen gegen Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking aus. Die Behörde prüfe nun, ob sich der Manager schon früher und umfassender als bislang gedacht der Marktmanipulation schuldig gemacht hat, berichtet das Blatt. Statt wie bisher den Zeitraum Februar bis Juni 2009, durchleuchtet die Staatsanwaltschaft nun auch die Monate ab Herbst 2008.
"Im Laufe der Ermittlungen haben wir erkannt, dass wir weiter vorne ansetzen müssen", sagte die Sprecherin der Stuttgarter Staatsanwaltschaft, Claudia Krauth, der Zeitung. Zudem sei der Verdacht auf Manipulation des Aktienkurses um den Gesichtspunkt "sonstiger Täuschungshandlungen" erweitert worden. Dies trifft laut Krauth beispielsweise zu, "wenn eine marktbeherrschende Stellung aufgebaut, gesichert und ausgenutzt wird".
Hintergrund der Untersuchung sind heftige Kursbewegungen der VW- Aktie im Zuge des Übernahmeversuchs durch Porsche. Insgesamt ermittelt die Stuttgarter Behörde den Angaben zufolge gegen zehn Personen. An deren Spitze stehen der frühere Porsche-Chef Wiedeking und sein damaliger Finanzchef Holger Härter.
Zusätzlich zu den aktuellen Ermittlungen, bei denen es bereits mehrfach Durchsuchungen gegeben hatte, kümmert sich die Stuttgarter Staatsanwaltschaft laut "Sonntag aktuell" künftig um einen weiteren Fall aus Frankfurt. Dabei drehe es sich in erster Linie um möglicherweise verspätete Börsenmitteilungen des ehemaligen Porsche-Managements, sagte Krauth. Die Ermittlungen würden nunmehr in Stuttgart gebündelt.
dpa
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