Wirtschaft

Wirbel um MillionenabfindungNeuer Ärger bei Porsche

05.08.2010, 18:01 Uhr

Die Übernahmeschlacht zwischen Porsche und VW ist längst Geschichte, juristisch scheint sie aber noch lange nicht ad acta gelegt. Mehreren Aktionären stinkt die an Ex-Porsche-Chef Wiedeking gezahlte Abfindung von 50 Mio. Euro.

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Ex-Porsche-Chef Wiedekings Abfindung könnte ein juristisches Nachspiel haben. (Foto: REUTERS)

Die millionenschwere Abfindung für Ex-Porsche-Chef

Wendelin Wiedeking und die gescheiterte VW-Übernahme könnten bei Porsche für

neuen Ärger sorgen. Drei Aktionäre hätten beim Stuttgarter Landgericht einen

Antrag auf Bestellung eines Sonderprüfers gestellt, sagte ein Gerichtssprecher und

bestätigte entsprechende Medienberichte. Sie wollen prüfen lassen, ob Wiedeking

und sein damaliger Finanzvorstand Holger Härter zu Recht mehrere Millionen Euro

Abfindung kassiert haben.

Beide Manager mussten vor gut einem Jahr nach der

verlorenen Übernahmeschlacht mit VW ihren Hut nehmen. Wiedeking hatte 50 Mio. Euro

bekommen, Härter 12,5 Mio. Euro.

Antragsteller sind die Deka Bank, der norwegische

Pensionsfonds Norges Bank und der Porsche-Aktionär Christian Strenger, der

früher auch Chef der Fondsgesellschaft DWS war.

Aktienoptionen im Visier

Sie wollen auch die Aktienoptionsgeschäfte unter die Lupe

nehmen lassen, mit denen Porsche seinen Einstieg bei VW vorbereitete. Die

Antragsteller zweifelten daran, dass diese mit der Satzung des Sportwagenbauers

vereinbar seien, sagte der Gerichtssprecher.

Die Entscheidung darüber, ob es tatsächlich zu einer

solchen Sonderprüfung komme, werde voraussichtlich erst Anfang nächsten Jahres

fallen, sagte der Sprecher. Zunächst werde der Antrag Porsche zugestellt. Der

Sportwagenbauer habe dann bis Ende September Zeit, schriftlich Stellung zu nehmen.

Ob es auch eine mündliche Verhandlung geben werde, stehe noch nicht fest, sagte

der Gerichtssprecher. Dies sei aber wegen des großen öffentlichen Interesses

nicht ausgeschlossen.

Quelle: dpa