Wirbel um MillionenabfindungNeuer Ärger bei Porsche
Die Übernahmeschlacht zwischen Porsche und VW ist längst Geschichte, juristisch scheint sie aber noch lange nicht ad acta gelegt. Mehreren Aktionären stinkt die an Ex-Porsche-Chef Wiedeking gezahlte Abfindung von 50 Mio. Euro.
Die millionenschwere Abfindung für Ex-Porsche-Chef
Wendelin Wiedeking und die gescheiterte VW-Übernahme könnten bei Porsche für
neuen Ärger sorgen. Drei Aktionäre hätten beim Stuttgarter Landgericht einen
Antrag auf Bestellung eines Sonderprüfers gestellt, sagte ein Gerichtssprecher und
bestätigte entsprechende Medienberichte. Sie wollen prüfen lassen, ob Wiedeking
und sein damaliger Finanzvorstand Holger Härter zu Recht mehrere Millionen Euro
Abfindung kassiert haben.
Beide Manager mussten vor gut einem Jahr nach der
verlorenen Übernahmeschlacht mit VW ihren Hut nehmen. Wiedeking hatte 50 Mio. Euro
bekommen, Härter 12,5 Mio. Euro.
Antragsteller sind die Deka Bank, der norwegische
Pensionsfonds Norges Bank und der Porsche-Aktionär Christian Strenger, der
früher auch Chef der Fondsgesellschaft DWS war.
Aktienoptionen im Visier
Sie wollen auch die Aktienoptionsgeschäfte unter die Lupe
nehmen lassen, mit denen Porsche seinen Einstieg bei VW vorbereitete. Die
Antragsteller zweifelten daran, dass diese mit der Satzung des Sportwagenbauers
vereinbar seien, sagte der Gerichtssprecher.
Die Entscheidung darüber, ob es tatsächlich zu einer
solchen Sonderprüfung komme, werde voraussichtlich erst Anfang nächsten Jahres
fallen, sagte der Sprecher. Zunächst werde der Antrag Porsche zugestellt. Der
Sportwagenbauer habe dann bis Ende September Zeit, schriftlich Stellung zu nehmen.
Ob es auch eine mündliche Verhandlung geben werde, stehe noch nicht fest, sagte
der Gerichtssprecher. Dies sei aber wegen des großen öffentlichen Interesses
nicht ausgeschlossen.