Wirtschaft

Auf Geheiß der RegierungNeuer Bankenprimus in Athen

15.07.2010, 12:32 Uhr

Der griechische Bankensektor ist zersplittert. Finanzminister Papakonstantinou fordert deshalb weniger, aber dafür stärkere Institute. Die Piraeus Bank macht jetzt den Anfang und mausert sich zum neuen Bankenprimus.

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Piraeus Bank beteiligt sich an zwei Konkurrenten und wird Griechenlands neuer Branchenprimus. (Foto: REUTERS)

In den griechischen Bankensektor kommt Bewegung: Die

Nummer vier der Branche, die Piraeus Bank, will sich maßgeblich an den beiden

Banken ATEbank und Hellenic Postbank (TT) beteiligen und damit einen neuen

Branchenprimus schaffen. Piraeus teilte mit, man habe der Regierung in Athen

einen entsprechenden Vorschlag übermittelt. Demnach will die Bank mit 77

Prozent bei der ATEbank und mit 33 Prozent bei der Hellenic Postbank

einsteigen. Die Beteiligungen sind derzeit im Besitz der Regierung, die den

Vorschlag nun prüfen will. Piraeus sei bereit, 701 Mio. Euro für beide Anteile

in bar zu bezahlen.

Mit dem Vorschlag reagiere die Bank auf die Aufforderung

der Regierung zur Konsolidierung der stark zersplitterten Branche, teilte die

Piraeus Bank mit. "Wir gehen davon aus, das diese Entwicklung, sollte es

eine positive Antwort von der Regierung geben, im Interesse der drei Banken

sein wird", sagte Piraeus-Chef Michael Sallas. Finanzminister Giorgos

Papakonstantinou hatte jüngst an den Sektor appelliert, sich zu konsolidieren.

Es sei klar, dass das Land weniger, dafür stärkere Banken brauche.

Die Aktien der drei Firmen wurden vorerst vom Handel in

Athen ausgesetzt. Die Nachrichten gaben jedoch dem gesamten griechischen

Banken-Sektor Auftrieb. Der entsprechende Index kletterte bis gegen Mittag mehr

als vier Prozent.

Quelle: rts