Wirtschaft

Japan bleibt sich treu: Noch mehr Geld gegen die Krise

Japan greift in die übliche Trickkiste: Nach der kaum noch sichtbaren Zinssenkung und dem Ankauf von Wertpapieren durch die japanische Zentralbank geht die Regierung in die Spur und legt ein weiteres Konjunkturprogramm auf. Verzweiflungstaten, die der Wirtschaft in den vergangenen Dekaden auch nicht aus der Bredouille geholfen haben.

Vielleicht sollte Japan einmal einen anderen Weg einschlagen?
Vielleicht sollte Japan einmal einen anderen Weg einschlagen?(Foto: REUTERS)

Im Kampf gegen die Wirtschaftskrise hat das japanische Kabinett ein weiteres Konjunkturpaket über umgerechnet rund 44 Mrd. Euro aufgelegt. Mit dem Geld sollen Beschäftigungs- und Sozialprogramme, Hilfen für kleinere Unternehmen und Investitionen in die Infrastruktur bezahlt sowie ein erneuter Kursanstieg des Yen verhindert werden. Finanziert werden soll das Paket über einen Nachtragshaushalt, den Ministerpräsident Naoto Kan noch in diesem Monat ins Parlament einbringen will. Dafür ist er jedoch auf Stimmen aus der Opposition angewiesen.

Bereits am Dienstag hatte die japanische Zentralbank den Leitzins für die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt auf fast null Prozent gesenkt, um die Deflation zu bekämpfen. Die Bank kündigte zur Stützung der Wirtschaft außerdem ein Programm zum Aufkauf von Wertpapieren im Gesamtvolumen von fünf Billiarden Yen (rund 44 Mrd. Euro) an. Dadurch soll die Kreditwirtschaft wieder Spielraum zur Vergaben von Darlehen an Unternehmen bekommen.

Die japanische Krise beißt sich in den Schwanz

Das größte Problem für die Erholung der japanischen Wirtschaft ist derzeit der Höhenflug des Yen. Dadurch werden Warenimporte aus dem Ausland günstiger und Exporte japanischer Güter in alle Welt teurer. Durch den Preisverfall bei Einfuhren halten sich Verbraucher mit Anschaffungen zurück in der Hoffnung auf immer günstigere Preise. Der Absatz japanischer Produkte im Ausland lahmt, weil die japanische Währung so teuer ist.

Die Nullzinspolitik hat sich wahrhaftig nicht als Erfolgsrezept erwiesen.
Die Nullzinspolitik hat sich wahrhaftig nicht als Erfolgsrezept erwiesen.(Foto: REUTERS)

Die Krux an Tokios gesammelten Maßnahmen im Kampf gegen die Wirtschaftskrise und Geldaufwertung ist, dass sie nicht neu sind und alle ähnlichen Versuche bislang nicht viel bewirkt haben. Die ganze expansive Geld- und Fiskalpolitik hat bis auf eine gewisse Glättung im Wechselkursverlauf, keine nachhaltige Besserung für Japan gebracht.

Die Leitzinsen liegen seit Jahren nahe oder bei null. Auch Wertpapiere aufzukaufen, etwa Staatspapiere, um auf diese Weise mehr Geld in die Wirtschaft zu pumpen, oder auch Konjunkturprogramme haben die Wirtschaft bislang nicht in Schwung gebracht. Die Möglichkeiten, die Wirtschaft wirkungsvoll anzukurbeln, sind langsam erschöpft. Japan ist bereits heure aufgrund seiner Konjunkturprogramme das mit Abstand am stärksten verschuldete Industrieland der Welt.

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Quelle: n-tv.de

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