Freitag, 02. Oktober 2009
Verhandlungen drehen sich im Kreis: Opel-Rettung stockt
Forderungen von Arbeitnehmern und Gewerkschaften haben die Verhandlungen zur Opel-Übernahme durch Magna ins Stocken gebracht. Auch aus Großbritannien kommen kritische Worte mit der Forderung auf Werksgarantien.
Wirklich vorwärts geht's bei den Verhandlungen nicht.
(Foto: picture-alliance/ dpa)
Die Betriebsräte verlangen im Gegenzug für ihren Anteil von zehn Prozent an "NewOpel" Mitbestimmungsrechte am neuen Unternehmen. "Ich will wissen, welchen Einfluss ich für mein Geld bekomme", verlautete aus Unternehmenskreisen. Die Arbeitnehmer wollen künftig etwa bei geplanten Standortverlagerungen ein Wörtchen mitreden.
Die designierte Opel-Mutter Magna will die Belegschaft mit zehn Prozent am neuen Unternehmen beteiligen. Dafür sollen die Mitarbeiter beispielsweise über die Streichung von Urlaubs- oder Weihnachtsgeld bis 2014 auf jährlich 265 Mio. Euro verzichten.
Forderungen auch aus Großbritannien
Nach den Angaben behinderten auch die Forderungen der britischen Gewerkschaften die Gespräche. Der Vorsitzende der Gewerkschaft Unite, Tony Woodley, hatte moniert, dass es immer noch keine Garantien für die langfristige Zukunft der englischen Werke in Ellesmere Port und Luton gebe.
Solche langfristigen Zusagen seien aber gar nicht möglich, hieß es in Unternehmenskreisen: "Keiner bekommt Vereinbarungen über den nächsten Lebenszyklus der Modelle." Zudem könne es derartige Garantien nach dem EU-Recht nicht geben. Danach dürfen staatliche Hilfen nicht an den Erhalt bestimmter Werke oder an Arbeitsplatzgarantien für einzelne Standorte geknüpft werden. "Die Briten gehen lieber Pleite, als Zugeständnisse zu machen", kritisierte der Insider. Das Konzept von Magna sieht staatliche Kredite und Bürgschaften von 4,5 Mrd. Euro vor.
Die Verhandlungen zwischen der designierten Opel-Mutter Magna, dem Alteigentümer General Motors (GM) und den europäischen Arbeitnehmervertretern waren zuvor ergebnislos unterbrochen worden. Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz hatte dafür "grundsätzliche Probleme" verantwortlich gemacht. Die Gespräche könnten dem Vernehmen nach nach einer Denkpause, in der auch juristische Details geklärt werden sollen, in wenigen Tagen fortgesetzt werden.
dpa
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