Wirtschaft

Kurzarbeit in Spanien: Opel drosselt Produktion

Der Konjunkturabschwung hinterlässt deutliche Spuren auf dem Automarkt in Europa. Die Absatzschwäche bekommen mittlerweile auch die deutschen Autobauer zu spüren. Opel schickt die Angestellten im größten Auslandswerk im spanischen Saragossa in Kurzarbeit. Die Beschäftigten sollen insgesamt 30 Tage zu Hause bleiben.

Angesichts der schwächelnden Nachfrage in vielen europäischen Märkten schickt der Autohersteller Opel einem Pressebericht zufolge 6700 Beschäftigte in Spanien in Kurzarbeit. "Wir werden in unserem Werk in Saragossa die Produktion drosseln", sagte ein Unternehmenssprecher in Rüsselsheim der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Das Opel-Werk in Saragossa.
Das Opel-Werk in Saragossa.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Schon vor einigen Wochen sei für das spanische Werk Kurzarbeit angemeldet worden. Die sogenannte "Expediente de Regulación de Empleo" sieht vor, dass die Beschäftigten weniger arbeiten, einen Teil des daraus resultierenden Lohnverlusts vom Staat aber ersetzt bekommen.

In Saragossa, dem mit Abstand größten Auslandswerk von Opel, wird normalerweise im Dreischichtbetrieb gearbeitet. Der Zeitung zufolge bleiben die 6700 Arbeiter im November und Dezember nun für insgesamt 15 Tage zu Hause. Dadurch stünden die Bänder drei Wochen lang vollständig still. Inklusive der üblichen Weihnachtsferien seien es sogar vier Wochen.

Zudem habe Opel bereits für das kommende Jahr in Spanien Kurzarbeit beantragt. "Die Produktion in Saragossa wird 2012 voraussichtlich von 370.000 auf 330.000 Einheiten zurückgehen", sagte der Sprecher. Die Gesamtkapazität läge bei 460.000 Autos im Jahr. Ob auch an anderen Opel-Standorten die Produktion gedrosselt werde, stehe indes noch nicht fest.

Der Konzern verordnet zweimal 15 Tage Zwangsurlaub.
Der Konzern verordnet zweimal 15 Tage Zwangsurlaub.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Damit macht sich die Absatzschwäche in den unter der Schuldenkrise ächzenden südeuropäischen Ländern nun auch im Geschäft deutscher Autohersteller spürbar bemerkbar. Die Verunsicherung erfasste mittlerweile selbst deutsche Kunden. Bisher war Deutschland noch der einzige Lichtblick bei der Pkw-Nachfrage in Europa.

Bremsspuren auf dem Automarkt

Nach den jüngsten Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) sind die Bremsspuren mittlerweile aber auch hierzulande deutlich erkennbar. Den Angaben zufolge wurden im vergangenen Monat  rund 258.000 Neuwagen registriert, nur geringfügig mehr als vor Jahresfrist.

Seit Jahresbeginn kamen in Deutschland rund 2,7 Mio. Autos neu auf die Straßen - insgesamt liegen die Neuzulassungen damit allerdings immer noch knapp zehn Prozent über dem Vorjahr. "Der Konjunkturabschwung kommt, alle Prognosen sagen das voraus", sagte Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer. "Von daher wird der Verbraucher zunehmend vorsichtiger bei großen Anschaffungen wie dem Auto."  

Beim Export sind ebenfalls Bremsspuren zu erkennen: Die Zahl der an die Kundschaft im Ausland gelieferten Autos war nach Angaben des Verbandes der deutschen Automobilindustrie (VDA) im Oktober mit 378.000 Einheiten unverändert zum Vorjahr. In den vergangenen Monaten war der Pkw-Export teilweise mit hohen Zuwachsraten gestiegen. Als Folge des Rückgangs der Pkw-Nachfrage in Südeuropa liefen hierzulande im Oktober weniger Neuwagen von den Bändern. Für 2011 ist die Branche dennoch weiter zuversichtlich: "Für das Gesamtjahr erwarten wir weiterhin neue Höchststände bei Produktion und Export", sagte VDA-Chef Matthias Wissmann.    

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Quelle: n-tv.de

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