Neue Modelle fahren gutPanamera pusht Porsche
Luxus verkauft sich auch in der Krise: Der Sportwagenbauer Porsche kann sich über traumhafte Verkaufszahlen freuen. In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres setzt die VW-Tochter fast die gleiche Anzahl an Fahrzeugen ab wie im gesamten Geschäftsjahr davor - auch dank des neuen Modells Panamera.
Der neue Viertürer Panamera hat bei Porsche in den vergangenen neun Monaten den Umsatz angeschoben. Mit Hilfe der seit Herbst vergangenen Jahres angebotenen teuren Panamera-Modelle stieg der Umsatz in den ersten neun Monaten des aktuellen Geschäftsjahres um 11,8 Prozent auf 5,2 Mrd. Euro, wie der Stuttgarter Automobilkonzern mitteilte. Der operative Gewinn betrug rund 600 Mio. Euro, womit der vor einer Eingliederung bei VW stehende und hoch verschuldete Konzern im Fahrzeuggeschäft in den Monaten August bis April erneut eine zweistellige Rendite erzielte. Damit lässt Porsche selbst Oberklasse-Konkurrenten wie Daimler weit hinter sich, obwohl Porsche in den neun Monaten 53.605 Fahrzeuge und damit sogar etwas weniger Autos als im Vorjahreszeitraum (53.635) verkaufte.
Die neue Limousine Panamera findet vor allem in China Anklang. In Deutschland und den USA konnte Porsche in den ersten neun Monaten seines noch bis Ende Juli laufenden Geschäftsjahres 2009/10 dagegen deutlich weniger Fahrzeuge ausliefern. Die Verkaufszahlen des Sportwagenklassikers 911 brachen um ein Drittel ein, von dem gemeinsam mit VW entwickelten und vor einem Modellwechsel stehenden Geländewagen Cayenne verkaufte Porsche 23 Prozent weniger Fahrzeuge. Auf den großen Absatzmärkten werde die Verunsicherung der Konsumenten in Folge der Finanzkrise noch lange spürbar sein, warnte das Management. Der Panamera werde jedoch eine leichte Steigerung der Absatzzahlen im laufenden Geschäftsjahr möglich machen, bekräftigte der Konzern seinen Ausblick. 2008/09 hatten die Stuttgarter weltweit rund 75.200 Autos verkauft.
Holding mit Verlusten
Beim Gewinn wird Porsche dieses Jahr nicht mehr an die früheren Glanzzeiten anknüpfen können. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet die börsennotierte Porsche Holding SE einen hohen dreistelligen Millionenverlust. Bisher waren die Stuttgarter wegen erwarteter höherer Abschreibungen auf den VW-Aktienbesitz von mehr als 1 Mrd. Euro Verlust ausgegangen. Vor Jahresfrist hatte die Sportwagenschmiede noch 4,2 Mrd. Euro verdient, da milliardenschwere Optionsgeschäfte mit VW-Aktien den Gewinn nach oben getrieben hatten.
Wegen drohender Überschuldung musste Porsche die geplante Übernahme von VW im Sommer 2009 abblasen und schlüpfte selbst bei den Wolfsburgern unter. VW gehören bereits knapp 50 Prozent des Porsche-Fahrzeuggeschäfts, 2012 sollen die börsennotierte Porsche Holding SE mit dem verbliebenen Restanteil ganz mit dem VW-Konzern verschmolzen werden. Bis dahin muss die bei den Banken tief in der Kreide stehenden Holding entschuldet werden. Mit Hilfe einer noch zu beschließenden Kapitalerhöhung soll eine Mitte 2011 fällige Kredittranche über 2,5 Mrd. Euro abgelöst werden. Bis Ende 2012 stehen insgesamt 8,5 Mrd. Euro zur Tilgung an, sieben Mrd. Euro sind davon derzeit in Anspruch genommen.
An der Börse legten die Papiere - wie die anderer Automobilhersteller - zu: Die Vorzugsaktien der Stuttgarter stiegen um knapp ein Prozent, während der Gesamtmarkt kaum verändert notierte.