Montag, 14. September 2009
Todesfälle bei France Télécom: Paris ruft zu Dialog auf
Nach einer beunruhigenden Serie von Selbstmorden innerhalb des französischen Telekom-Konzerns France Télécom fordert die Regierung in Paris den Konzern zum Handeln auf.
Noch ist vollkommen unklar, ob es tatsächlich einen Zusammenhang zwischen den tragischen Todesfällen und dem Konzernumbau gibt.
(Foto: AP)
Angesichts der offensichtlich extremen Frustration innerhalb des Konzern forderte Wirtschaftsministerin Christine Lagarde die Verantwortlichen zum Dialog mit seinen Mitarbeitern auf. Die Unternehmensleitung müsse alles tun, um herauszufinden, ob die Umstrukturierungen Auslöser der Selbstmorde seien, sagte die Ministerin dem Sender France 3. Sie habe den Télécom-Chef gebeten, umgehend den Verwaltungsrat einzuberufen. "Wir brauchen eine starke Botschaft von der obersten Ebene an alle Mitarbeiter", sagte die Ministerin.
In den vergangenen 18 Monaten haben sich nach Gewerkschaftsangaben 23 Beschäftigte das Leben genommen. Zuletzt stürzte sich am Freitag eine 32-Jährige während der Arbeitszeit aus dem Fenster.
Arbeitsminister Xavier Darcos will am Dienstag mit Unternehmenschef Didier Lombard über die Selbstmordserie sprechen. Künftig sollen die Betriebsärzte - soweit es die Schweigepflicht erlaubt - psychisch labile Mitarbeiter melden.
Die Gewerkschaften gehen davon aus, dass ein Teil der Selbstmorde direkt auf die Arbeitsbedingungen und den Konzernumbau bei France Télécom zurückzuführen ist. In den vergangenen Jahren wurden 22.000 Stellen abgebaut und 7000 Mitarbeiter versetzt.
dpa
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