Wirtschaft

Millionen für MilliardenPfizer zahlt an Ärzte

01.04.2010, 10:51 Uhr

In der Pharmabranche sind Zahlungen an Mediziner gang und gäbe. Aber immer mehr Konzerne legen ihre Geldflüsse offen. Branchenprimus Pfizer macht es nicht ganz freiwillig.

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Pfizer legt Zahlungen an Ärzte offen: 35 Mio. Dollar allein in drei Monaten in den USA. (Foto: REUTERS)

Der weltgrößte Pharmakonzern Pfizer legt seine Zahlungen an Ärzte offen. Im zweiten Halbjahr 2009 flossen insgesamt 35 Mio. Dollar (26 Mio. Euro) an 4500 Mediziner und medizinische Einrichtungen in den USA. Mit dem Geld honorierte Pfizer nach eigenen Angaben die Hilfe der Ärzte bei der Entwicklung neuer Präparate. Zudem erhalte Pfizer durch die Zusammenarbeit wichtige Hinweise darauf, wie Medikamente in der Praxis angewendet werden, hieß es zur Begründung.

Pfizer veröffentlichte auf seiner Website eine komplette Liste aller Mediziner, die von Juli bis Dezember Geld erhalten haben. Damit kommt das Unternehmen einer Verpflichtung aus einem Vergleich mit den US-Behörden nach. Im vergangenen Jahr hatte der Konzern eine Rekordstrafe von 2,3 Mrd. Dollar zahlen müssen, weil er Ärzte unter anderem dazu bewogen hatte, das Schmerzmittel Bextra auch für Behandlungen zu verschreiben, für die es nicht zugelassen war.

In der Vergangenheit hatten schon einige Konkurrenten ihre Zahlungen offenlegen müssen. Pfizer zahlte jeder Einrichtung im Schnitt knapp 7800 Dollar. Die Mehrzahl der Mediziner bekam ihr Honorar laut Pfizer für Vorträge zur sicheren Anwendung von Medikamenten.

Quelle: dpa