Häschen in der Grube"Playboy" geizt mit Reizen
Der Bekanntheitsgrad ist enorm und dennoch folgen Verluste auf Verluste - auch im abgelaufenen Quartal zeigt sich das Medienimperium rund um den "Playboy" von seiner zugeknöpften Seite: ein Umsatzplus und Gewinne sucht man vergebens. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt.
Die "Bunnys" scheinen ihre besten Zeiten hinter sich zu haben: Die US-Medienfirma Playboy Enterprises hat auch im zweiten Quartal einen kräftigen Verlust eingefahren. Das bekannte Männermagazin verkauft sich schlecht, die Fernsehkanäle verlieren Zuschauer, und auch der einstige Hoffnungsträger Internet schwächelt. Gründer und Chefredakteur Hugh Hefner will sein Baby dennoch ganz zurückhaben. Daran änderten auch die vorgelegten Zahlen nichts.
Der Umsatz fiel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 10 Prozent auf 56,0 Mio. Dollar. Nur dank etlicher Entlassungen und eines gut laufenden Lizenzgeschäfts konnte das Management den Verlust auf 5,4 Mio. Dollar eindämmen. Vor einem Jahr hatte der Konzern ein Minus von 8,7 Mio. Dollar verzeichnet. "Eines unserer wichtigsten Ziele ist es, die Belegschaft zu reduzieren", sagte Konzernchef Scott Flanders unumwunden. Er sieht die Zukunft der Firma in der Vermarktung des "Bunny"-Logos.
Wer bietet mehr?
Trotz aller Probleme haben der "Playboy" und seine Schönheiten eine magische Anziehungskraft. Neben Hugh Hefner buhlt auch der Besitzer des konkurrierenden "Penthouse" um die börsennotierte Firma. Mindestens 210 Mio. Dollar ist Marc Bell, dem Chef des Internetkonzerns FriendFinder Networks, das Männermagazin wert. Hefners Angebot bewertet die Playboy Enterprises mit 185 Mio. Dollar. Er hält schon knapp 70 Prozent der Stimmrechte. Der 84-jährige Hefner will sein Unternehmen von der Börse nehmen.
In die Jahre gekommen?
Hefner hatte den "Playboy" 1953 gegründet; die erste Ausgabe zierte ein Bild der damals noch kaum bekannten Marilyn Monroe.
Der "Playboy" erscheint in fast 40 Ländern. Für das Magazin haben sich schon Jayne Mansfield, Ursula Andress, Kim Basinger, LaToya Jackson, Katarina Witt und die Schauspielerinnen der US-Kultserie "Baywatch", wie beispielsweise Pamela Anderson, ausgezogen.