Weniger kreisende GeierPleitenzahl ist rückläufig
Lichtblick am deutschen Konjunkturhimmel: Erstmals seit Anfang 2009 gehen im April weniger Firmen pleit e. Allerdings schnellte die Summe der offenen Forderungen nach oben.
Angesichts der kräftigen Konjunkturbelebung in Deutschland ist die Zahl der Firmenpleiten erstmals seit Anfang 2009 gesunken. Insgesamt mussten im April 2794 Unternehmen den Gang zum Insolvenzrichter antreten, das sind 6,2 Prozent weniger als vor einem Jahr, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.
"Das ist der erste Rückgang seit Januar 2009, als es ein Minus von 0,1 Prozent gab", sagte ein Statistiker. Einen stärkeren Rückgang bei den Firmenpleiten hatte es zudem zuletzt im November 2008 gegeben.
Allerdings schnellte die Summe der offenen Forderungen auf 5,8 Milliarden Euro von 3,4 Milliarden Euro nach oben. "Der Anstieg der Forderungen ist auf die Insolvenzen einiger wirtschaftlich bedeutender Unternehmen zurückzuführen", schrieben die Statistiker.
Besserer Ausblick für 2011
In den ersten vier Monaten des Jahres meldeten sich 11.024 Firmen zahlungsunfähig, das sind 3,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Im gesamten Jahr 2009 lag die Zahl der Firmenpleiten bei fast 33.000, das entspricht einem Anstieg um 11,6 Prozent. Dabei traf es unter anderem so bekannte Unternehmen wie den einst größten Versandhändler Quelle, den Porzellanhersteller Rosenthal oder die Unterwäschefirma Schiesser.
Der Kreditversicherer Euler Hermes rechnet für 2010 mit etwa 33.100 Firmenpleiten, das entspricht einem Anstieg um 1,3 Prozent. Für das kommende Jahr gehen die Experten dagegen wieder von einem Rückgang aus.