Wirtschaft

USA ziehen Zügel anPorsche droht Ungemach

22.02.2010, 15:01 Uhr

Porsche erwarten für seine spritdurstigen Fahrzeuge empfindliche Strafen in den Vereinigten Staaten. Die Fahrzeugflotte der Zuffenhausener muss einem neuen Gesetz zufolge bis 2016 einen Durchschnittsverbrauch von 5,7 Litern auf 100 Kilometern erreichen. Laut Porsche Cheflobbyist Stephan Schläfli ist dies technisch unmöglich.

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Porsche müsste den Verbrauch pro Jahr um zehn Prozent senken, um den US-Grenzwert zu erreichen. (Foto: REUTERS)

Porsche drohen in den USA empfindliche Strafen wegen der künftigen strengen Verbrauchsgrenzwerte für Autos. Der Sportwagenbauer kämpft derzeit auf verschiedenen Wegen, um die von 2016 an drohenden schmerzhaften Sanktionen zu verhindern.

"Wir gehen das Problem auf politischer und auf technischer Ebene an", sagte ein Unternehmenssprecher. Hintergrund sind neue Grenzwerte beim Verbrauch, die im kommenden Jahr in Kraft treten - und die Porsche im Augenblick deutlich überschreitet.

Noch hat Porsche ein paar Jahre Zeit für eine Lösung. "Für die Modelljahre 2012 bis 2015 haben wir eine Ausnahmegenehmigung bekommen", sagte Porsche-Cheflobbyist Stephan Schläfli der "Financial Times Deutschland". Von 2016 an gelte diese aber nicht mehr. Eine Möglichkeit wäre nach Angaben des Porsche-Sprechers, eine Verlängerung für diese Ausnahmeregelung zu bekommen.

Falls dies nicht gelingt, müsste Porsche bis 2016 für die gesamte Fahrzeugflotte eine durchschnittliche Reichweite von 41,4 Meilen pro Gallone erzielen. Das entspricht etwa einem Verbrauch von 5,7 Litern auf 100 Kilometern. Derzeit kommen die Stuttgarter lediglich auf 27 Meilen pro Gallone. "Um den Grenzwert zu erreichen, müssten wir den Verbrauch Jahr für Jahr um rund zehn Prozent senken", sagte Schläfli dem Blatt. Dies sei technisch unmöglich.

Strafzahlungen bereits seit Jahren

In dieser Richtung will Porsche auch große Anstrengungen unternehmen, unter anderem mit einem verstärkten Einsatz von Hybridantrieben. Auch wenn die Verbrauchsnormen 2016 nicht vollständig eingehalten würden, so sei dies vielleicht "zu 80 oder 90 Prozent möglich", sagte der Sprecher.

Schon seit Jahren zahlt Porsche Strafen dafür, dass die Sportwagen die Verbrauchsziele nicht erreichen. Bislang betragen diese aber nur wenige hundert Dollar pro Auto, die auf den Kunden umgelegt werden. "Mit dem neuen Gesetz liegt die Höchststrafe künftig bei 37.500 Dollar pro Auto", sagte Schläfli: "Das könnten wir nicht mehr zahlen."

2009 als Bezugsjahr

Die Zuffenhausener setzen alles daran, noch etwas an der Gesetzesvorlage zu ändern. Diese soll im Mai veröffentlicht werden und tritt dann für das US-Modelljahr 2012 in Kraft, das etwa dem Kalenderjahr 2011 entspricht.

Ein anderes Schlupfloch in der Gesetzesvorlage kann Porsche trotz der geplanten Eingliederung in den VW-Konzern nicht nutzen. Zwar erlauben die Vorschriften, dass die gesamte Flotte eines Konzerns berechnet wird. Aber: "Der Gesetzentwurf schreibt das Modelljahr 2009 als Bezugsjahr fest", sagte Schläfli. In dem Jahr sei Porsche noch eigenständig gewesen.

Quelle: wne/dpa