Geplante VW-ÜbernahmePorsche zockte mit Milliarden
Die am Ende geplatzte Übernahme von VW ist Porsche offenbar mit Vollgas angegangen. Medienberichten zufolge setzte der Sportwagenbauer mehr als 55 Mrd. Euro an der Börse ein – mehr als das Unternehmen zuvor in einer Dekade verdient hatte. Porsche bestätigt die Zahlen, sie seien aber nicht neu, sondern hätten bereits im Geschäftsbericht gestanden.
Der Sportwagenbauer Porsche hat im Geschäftsjahr 2008/2009 mit etwa 56,1 Mrd. Euro an der Börse spekuliert. Dies sei mehr, als das Unternehmen zuvor in zehn Jahren eingenommen habe, berichtete der "Spiegel". Insgesamt habe Porsche damit einen Verlust von 2,4 Mrd. Euro vor Steuern eingefahren. Porsche bestätigte die Zahlen, erklärte aber, diese seien bereits im Geschäftsbericht veröffentlicht worden. "Zudem zählt, was am Ende als Saldo herauskommt", sagte Sprecher Albrecht Bamler.
Porsche-Chef Wendelin Wiedeking hatte versucht, mit den Gewinnen aus den Aktiengeschäften die geplante und am Ende geplatzte Übernahme von VW abzusichern. Zu einer möglichen Anklage von Wiedeking und dem früheren Finanzchef Holger Härter sagte der Porsche-Sprecher, die Staatsanwaltschaft Stuttgart habe ihr Ermittlungsverfahren noch nicht abgeschlossen. Bislang sei vollkommen offen, ob Anklage erhoben werde.
Ähnliches gelte für Verfahren, das in den USA drohe. Dort hätten sieben weitere Fonds erklärt, gegen den Autobauer wegen Marktmanipulation vorgehen zu wollen. "Wir halten diese Klagen für unzulässig und unbegründet", sagte Bamler. "Der New Yorker Richter wird voraussichtlich im Januar 2011 entscheiden, ob er die Klagen zulässt."