Dienstag, 02. Februar 2010
Kein "Griechenland" am Atlantik: Portugal kritisiert Analysten
Die energischen Sanierungsbemühungen Griechenlands können die Märkte nicht davon ablenken, dass weitere Mitglieder der Euro-Zone unter besonderer Beobachtung stehen. Um Zweifel an der finanziellen Stärke seines Landes zu zerstreuen, geht Portugals Ministerpräsident Jose Socrates jetzt in die Offensive.Portugals Ministerpräsident Jose Socrates hat Zweifel an der Finanzlage seines Landes zurückgewiesen. Die Bedenken an den Finanzmärkten seien unbegründet, sagte Socrates der französischen Zeitung "Liberation" in einem Interview. "Ich verstehe nicht einmal ansatzweise das Misstrauen, das unserem Land entgegengebracht wird", betonte der Regierungschef. "Mir soll mal jemand erklären, warum sich unsere Situation von der anderer Länder unterscheidet und was daran so besorgniserregend sein soll."
Ratingagenturen haben den hoch verschuldeten Euro-Staat in der vergangenen Woche zu einem klaren Sparkurs aufgefordert, um das Vertrauen in die Finanzkraft des Landes zu stärken. Wie für griechische Staatsanleihen müssen Investoren derzeit auch für portugiesische Bonds deutliche Risikoaufschläge bezahlen.
Misstrauische Ratingagenturen
"Ich habe wirklich das Gefühl, dass die Märkte sich nicht um die wirtschaftliche Realität scheren, sondern ihre Einschätzungen mit Vorurteilen und Eindrücken begründen", sagte Socrates. Das portugiesische Defizit habe sich ausgeweitet, weil der Staat die Wirtschaft in der Krise gestützt habe. Es sei bedenklich, wenn Ratingagenturen Regierungen dafür kritisierten, dass sie das Finanzsystem gerettet hätten.
rts
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