Konfrontation mit Deutscher BankPostbank-Mitarbeiter streiken
Ausgliederungspläne des Mehrheitseigners Deutsche Bank sorgen bei der Postbank für Unruhe. Diesmal bekommen es auch die Kunden zu spüren, denn einzelne Filialen bleiben geschlossen.
Bei der Postbank sind die bundesweiten Streiks in eine
neue Runde gegangen: Erstmals waren davon auch Filialen betroffen, wie die Gewerkschaft
Verdi mitteilte. Vielerorts hätten die Kunden längere Wartezeiten in Kauf nehmen
müssen, einzelne Filialen in Hamburg, Köln und München blieben ganz geschlossen.
Ein Postbank-Sprecher sprach dagegen von "einigen wenigen" Geschäftsstellen,
die betroffen gewesen seien.
Insgesamt waren es nach Gewerkschaftsangaben erneut rund
3500 Postbank-Beschäftigte, die sich an den Ausständen beteiligten. Die Protestaktionen
hatten in der vergangenen Woche begonnen und zunächst überwiegend die Callcenter
betroffen.
Hintergrund sind die Pläne des neuen Mehrheitseigners
Deutsche Bank, im Zuge der Postbank-Integration etliche Jobs in der Verwaltung und
Informationstechnik in eigene Gesellschaften auszugliedern. Dies soll mit Gehaltskürzungen,
längeren Arbeitszeiten und weniger Urlaubstagen einhergehen. Die Mitarbeiter sind
deshalb verunsichert. Verdi fordert einen Überleitungstarifvertrag, der die Betroffenen
absichert.
Die Verhandlungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern
laufen seit Monaten - bislang ohne Durchbruch. Die sechste Verhandlungsrunde begann
trotz der Streiks. Am Dienstag sollen die Gespräche fortgesetzt werden. "Wir
erwarten, dass die Arbeitgeber die Signale verstanden haben und sich jetzt bei den
Verhandlungen endlich bewegen", erklärte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Beate
Mensch bei einer Kundgebung in Hannover. "Ansonsten sind wir auf einen längerfristigen
Streik auch in der Vorweihnachtszeit eingestellt."