Montag, 16. November 2009
Domino-Effekt: Quelle versiegt in Österreich
Die österreichische Quelle-Tocher hat nach Angaben des Landesgerichtes Linz den Antrag auf Einleitung des Konkurses gestellt. Die in Linz ansässige Tochter sei mit 70 bis 80 Mio. Euro überschuldet, teilte das Gericht mit.Rund 1100 Menschen, die teilweise seit Jahrzehnten für Quelle arbeiteten, dürften ihren Job verlieren. Betroffen seien auch mehrere hundert Lieferanten sowie die 175 Quelle-Shops in Österreich. Bis vergangene Woche geführte Gespräche über einen Investor bei Quelle Österreich waren gescheitert.
Die seit Juni insolvente deutsche Muttergesellschaft Quelle wird bereits abgewickelt. Die Lager werden durch Ausverkauf geräumt, Unternehmensteile verkauft. Europas einstmals größter Versandhändler war nach dem Zusammenbruch des Mutterkonzerns Arcandor in die Pleite geschlittert.
Call-Center verkauft
Unterdessen haben zwei der fünf Call-Center von Quelle in Deutschland einen neuen Eigentümer gefunden. Die Standorte in Cottbus (Brandenburg) und Emden (Niedersachsen) würden vom Outsourcing-Dienstleister Walter Services übernommen, teilte Arcandor-Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg mit.
Beide arbeiteten hauptsächlich für den Einkaufssender HSE24, den Görg in der vergangenen Woche an den Finanzinvestor AXA Private Equity verkauft hatte. Von den zusammen fast 600 Arbeitsplätzen in Cottbus und Emden seien damit rund 500 langfristig gesichert.
Walter mit Sitz in Ettlingen bei Karlsruhe betreibt bereits zahlreiche Call-Center. Das Unternehmen gehört dem Finanzinvestor Odewald. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen bewahrt.
Die fast 1400 Mitarbeiter des zerbrochenen Versand-Imperiums in den Call-Centern in Magdeburg (520), Berlin (620) und Görlitz (230) müssen dagegen weiter um ihre Jobs bangen. Magdeburg ist nach Angaben eines Sprechers von Görg fast ausschließlich für das Deutschland-Geschäft von Quelle tätig, das abgewickelt wird. In Görlitz werde über eine Übernahme des Call-Centers durch das Management mit Hilfe des Freistaats Sachsen gesprochen, sagte der Sprecher.
wne/rts
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