Oettinger zweifelt am ZeitplanRWE glaubt an Nabucco
Beim ehrgeizige Erdgas-Projekt Nabucco kommt der Zeitplan offenbar ordentlich durcheinander: Während die Alternativroute durch die Ostsee eine Hürde nach der anderen überwindet, zeichnet sich bei der Röhre durch Südosteuropa eine mehrjährige Verspätung ab - wenn sie überhaupt gebaut wird.
Das von der Europäischen Union mitgeplante Erdgas-Projekt Nabucco wird sich nach Einschätzung des neuen EU-Energiekommissars Günther Oettinger um mehrere Jahre verzögern. Die Chancen, dass noch in diesem Jahr der endgültige Beschluss zum Bau der Pipeline gefasst werde, seien in den vergangenen Monaten zwar gestiegen, sagte Oettinger der "Süddeutschen Zeitung". Bis die Leitung tatsächlich Gas liefern könne, "wird es aber wohl 2018 werden".
Nabucco bleibe aber ein Prestigevorhaben der EU. Nach den bisherigen Planungen soll ab Ende 2014 erstes Gas aus Aserbaidschan und Zentralasien durch die 3300 Kilometer lange Röhre fließen, mit der Europa seine Abhängigkeit von russischen Gaslieferungen verringern will.
Der Energiekonzern RWE bestritt eine Verzögerung bei dem knapp acht Milliarden schweren Projekt. Nabucco solle 2014 in Betrieb gehen, sagte ein Sprecher. An dem Vorhaben sind neben RWE der österreichische Energiekonzern OMV, MOL aus Ungarn sowie Unternehmen aus Bulgarien, Rumänien und der Türkei beteiligt. Oettinger zufolge solle es im Juli in Brüssel oder in Istanbul eine Konferenz mit allen Partnern des Projekts geben.