Zahl der Insolvenzen gestiegenRezession frisst Unternehmen

Die Wirtschaftskrise zeigt tiefe Spuren bei den deutschen Unternehmen. Die Zahl der Insolvenzen ist im Vergleich zum Vorjahr um mehr als zehn Prozent gestiegen. Allerdings zeichnet sich die ganz große Pleitewelle derzeit nicht ab.
Auch nach dem Ende der Rezession treibt die schwere Wirtschaftskrise zahlreiche Unternehmen in die Insolvenz. Allein im Juli traten 3046 Firmen den Gang zum Insolvenzrichter an, 10,4 Prozent mehr als vor Jahresfrist, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Damit verliert der Anstieg aber an Tempo: Noch im Juni lag die Zahl der Firmenpleiten um fast 16 Prozent höher als im Vorjahr.
In den ersten sieben Monate des Jahres stieg die Zahl der Firmeninsolvenzen auf 19.188 - das sind 15,3 Prozent mehr als vor einem Jahr. Auch für die kommenden Monate erwarten Experten einen weiteren Anstieg. So rechnet die Wirtschaftsauskunftei Creditreform für dieses Jahr mit 33.000 bis 35.000 Firmeninsolvenzen. Im kommenden Jahr dürfte diese Zahl sogar noch weiter zunehmen, sagte ein Creditreform-Sprecher: Dann seien sogar knapp unter 40.000 Insolvenzen möglich. "Die ganz große Welle, die manch einer befürchtet hatte, wird es aber in dem Maß nicht geben."
Auch Verbraucher häufiger pleite
Die Firmen hätten vor allem unter der einbrechenden Nachfrage zu leiden, betonte der Creditreform-Sprecher. Vor allem eine Abkühlung der Binnenkonjunktur dürfte ihnen in den kommenden Monaten zu schaffen machen. Die Zurückhaltung der Banken sei verglichen damit weniger häufig ein Insolvenzgrund.
Auch Verbraucher gingen häufiger pleite. Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen stieg nach Angaben der Statistiker im Juli um 7,3 Prozent auf 9568. In den ersten sieben Monaten zogen 57.852 Menschen vor den Insolvenzrichter, 1,3 Prozent weniger als vor Jahresfrist. In den Zahlen zu den ersten sieben Monaten des Jahres sind die Daten aus Nordrhein-Westfalen nicht enthalten, weil dort im ersten Quartal Insolvenzen aus dem Jahre 2007 nachgemeldet wurden und deswegen ein Vergleich die tatsächliche Entwicklung nicht widerspiegeln würde.