Wirtschaft

Kampf gegen die Inflation: Russland hebt Leitzins an

Aus Furcht vor kräftig steigenden Preisen hat die russische Zentralbank überraschend ihren Leitzins angehoben – von 7,75 auf 8 Prozent.

In Russland steigen die Preise kräftig.
In Russland steigen die Preise kräftig.(Foto: REUTERS)

Damit macht die Zentralbank Geld teurer, was Investitionen und Konsum bremsen kann und damit den Preisanstieg. "Die Entscheidung wurde angesichts weiter steigender Inflationserwartungen getroffen", hieß es zur Begründung. Finanzminister Alexej Kudrin hatte die Zentralbank am Mittwoch zum Handeln aufgerufen, um die Teuerungsrate in diesem Jahr zwischen sechs und sieben Prozent halten zu können.

Ob die Zinsen weiter angehoben werden, ließ die Zentralbank offen. Sie werde zwischen den Risiken für Preisstabilität und für die Konjunktur abwägen, hieß es lediglich. Gegen weitere Zinsanhebungen spricht der starke Rubel. Die Währung ist wegen der hohen Ölpreise auf ein Zehn-Monats-Hoch im Vergleich zum Dollar gestiegen. Steigt der Leitzins, wird der Rubel noch attraktiver für Investoren. Das könnte ausländisches Kapital anlocken und die Inflationsgefahr erhöhen.

Die Zentralbank versucht außerdem, Geld aus dem Wirtschaftskreislauf zu ziehen und so ebenfalls die Nachfrage zu drosseln. Bankguthaben bei der Zentralbank werden künftig attraktiver verzinst: Der Zinssatz für Übernachteinlagen steigt auf von 2,75 auf 3 Prozent. Zudem müssen die Geschäftsbanken künftig mehr Geld bei der Notenbank in Reserve halten.

Die Zinserhöhung beflügelte den Rubel. Der US-Dollar fiel auf 28,932 Rubel und war damit so günstig wie seit November 2009 nicht mehr. Der Euro verbilligte auf 39,8525 Rubel. "Der Markt hatte eine solche Entscheidung nicht erwartet", sagte Analyst Anton Nikitin von Renaissance Capital.

Quelle: n-tv.de

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