Krise macht Spyker zu schaffen Saab ist noch nicht durch
Nach dem Hickhack mit den Zulieferern sucht der schwedische Autobauer Saab den Weg zurück in die Normalität. Die Produktion soll so schnell wie möglich wieder hochgefahren werden. Eigner Spyker sieht die Zukunft von Saab noch nicht gesichert.
Der schwedische Autohersteller Saab will nach seinem lähmenden Streit mit Zulieferern bald wieder durchstarten. Nach einem dreitägigen Produktionsausfall sagte ein Unternehmenssprecher eine rasche Rückkehr zur Normalität voraus. Die Fertigung solle so schnell wie möglich auf eine Kapazität von mehr als 200 Fahrzeugen am Tag hochgefahren werden.
Zuvor hatte sich das Unternehmen mit dem wichtigen Zulieferer IAC über die Bezahlung geeinigt. Davor hatte es bereits einen ähnlichen Streit mit dem Transportunternehmen DB Schenker gegeben.
Unterdessen haben Saabs operative Verluste die niederländische Mutter Spyker in Bedrängnis gebracht: Sie hatte im vergangenen Jahr einen negativen Cashflow. Spyker betrachtet die Situation als noch nicht ganz bereinigt. Das Management werde nötigenfalls frühzeitig auf die Kostenbremse treten, um sicherzustellen, dass die Gruppe ausreichend mit Liquidität versorgt sei, heißt es im Spyker-Jahresbericht.
Existenz hängt weiter an seidenem Faden
Die Zukunft des von Saab sei nicht gesichert, teilte Spyker weiter mit. Das Geld bei Saab verbrenne schneller als gedacht. Man stehe derzeit in Verhandlungen mit verschiedenen möglichen Finanziers über kurzfristige Finanzhilfen. Als langfristige Lösung wird derzeit über einen Wiedereinstieg des einstigen Spyker-Anteilseigners Wladimir Antonow spekuliert. Dieser hat auch Interesse an einer Beteiligung an dem schwedischen Unternehmen signalisiert. Die Regierung in Stockholm habe jedoch bislang kein grünes Licht gegeben.
Außerdem verhandle man mit verschiedenen Banken über einen Kredit in Höhe von 500 Millionen Euro, sagte Spyker-Chef Victor Muller. Das Geld sei aber nicht für Investitionen bei Saab geplant, sondern fließe hauptsächlich zurück an die Europäische Investitionsbank, die Mittel für die Restrukturierung bei Saab vorgeschossen hatte.