Wirtschaft

Zulieferer murrenSaab stoppt die Produktion

05.04.2011, 16:00 Uhr

Die Probleme bei Saab gehen weiter. Erneut hält der Automobilhersteller die Bänder an. Grund sind offenbar unbezahlte Rechnungen.

Saab
(Foto: picture alliance / dpa)

Beim schwedischen Autohersteller Saab stehen wegen fehlender Bauteile erneut die Bänder still. Man sei in Verhandlungen mit den Zulieferern und versuche, die Produktion so schnell wie möglich wieder zum Laufen zu bringen, sagte eine Saab-Sprecherin.

Der Chef des Verbands FKG, der die Saab-Zulieferer vertritt, sagte, der Autobauer könne seine Rechnungen nicht bezahlen. Vier oder fünf der großen Zulieferfirmen hätten wegen unbezahlter Rechnungen ihre Lieferungen an Saab eingestellt, sagte Svenake Berglie. "Dies ist sehr, sehr unglücklich." Saab müsse seine Finanzen in den Griff bekommen.

Saab hatte bereits in der vergangenen Woche die Produktion für drei Tage unterbrochen, weil Bauteile knapp wurden. Zulieferer hatten keine Waren mehr zur Verfügung gestellt, da Rechnungen offen geblieben waren. Die Saab-Mutter Spyker aus den Niederlanden sprach am Montag von einer "kleinen Panne". Saab stehe nicht am Rande des Kollaps, versicherte Spyker-Chef Victor Muller.

Nun räumte Muller ein, die Firma erwarte noch weitere Produktionsunterbrechungen. Es werde noch einige Zeit dauern, bis alles wieder richtig funktioniere, sagte er.

Hoffen auf russische Hilfe

Spyker hatte Saab im vergangenen Jahr von der Opel-Mutter General Motors (GM) übernommen. Muller hatte zuvor mit dem sehr kleinen niederländischen Sportwagenhersteller Spyker Cars nur Verluste gemacht.Mittlerweile konzentriert das Unternehmen sein Geschäft ganz auf den schwedischen Autobauer, der seit 20 Jahren fast durchgehend rote Zahlen geschrieben hat. Bis 2012 soll Saab profitabel werden.

Das ursprünglich von ihm für dieses Jahr anvisierte Ziel von 80.000 verkauften Wagen gilt inzwischen auch bei Saab selbst als unrealistisch. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen nur 32.000 Autos abgesetzt.

Als entscheidend für die Überlebensfähigkeit gilt die Frage, ob der russische Finanzier Wladimir Antonow von Schwedens Regierung grünes Licht für eine von ihm geplante Kapitalspritze über 50 Mio. Euro an Saab erhält. Sein Einstieg als Eigner war allerdings von GM im Vertrag mit Muller ausgeschlossen worden, weil Antonow vom US-Geheimdienst CIA mit der Organisierten Kriminalität in Verbindung gebracht wird.

Quelle: rts, dpa