Genzyme-Aktionäre wollen nichtSanofi holt sich "blaues Auge"
18,5 Milliarden. Dollar sind zwar eine Menge Geld, aber offenbar noch nicht genug. Sanofi-Aventis will sein Angebot für den US-Biotechkonzern Genzyme aber noch nicht erhöhen. Lediglich die Frist wird verlängert. Bisher wurden dem französischen Pharmariesen nicht einmal ein Prozent der Aktien angedient.
Der französische Pharmakonzern Sanofi-Aventis kommt bei der Übernahme des US-Biopharmaunternehmens Genzyme nicht so recht voran. Die bisherige Angebotsfrist für die Genzyme-Aktionäre war in der Nacht zum Samstag ausgelaufen. Bis dahin wurden Sanofi aber nur rund 0,9 Prozent der Genzyme-Aktien angedient, wie der französische Konzern mitteilte. Die Offerte für Genzyme sei daher bis zum 21. Januar verlängert worden. Alle anderen Bedingungen seien unverändert.
Der Pharmakonzern aus Paris bietet 69 Dollar je Genzyme-Aktie, das Biopharmaunternehmen aus Cambridge im US-Bundesstaat Massachusetts wird damit mit 18,5 Mrd. Dollar bewertet. Seit dem Kauf der deutsch-französischen Aventis vor sechs Jahren wäre Genzyme die größte Übernahme für Sanofi.
Sanofi-Aventis war Ende August erstmals an Genzyme herangetreten. Doch die Führungsriege des US-Konzerns hatte das Gebot wiederholt zurückgewiesen, weil sie das Unternehmen "dramatisch unterbewerten" würde. Experten erwarten nun, dass der Konzern seine Offerte noch erhöht. Die US-Wettbewerbshüter hatten den möglichen Deal aber genehmigt.
Genzyme-Margen locken
Der US-Konzern ist unter anderem wegen seines größten Umsatzträgers Cerezyme attraktiv, der im vergangenen Quartal gut 18 Prozent der Konzernerlöse beisteuerte. Das Medikament wird bei der Erbkrankheit Gaucher eingesetzt. Sie ist zwar selten, Genzyme hat sich aber auf Präparate zur Behandlung kaum verbreiteter Krankheiten spezialisiert, mit denen höhere Margen zu erzielen sind. Hier hält das Unternehmen viele Patente. In den drei Monaten bis Ende September vervierfachte Genzyme seinen Gewinn auf 69 Mio. Dollar, wie der Konzern mitteilte. Der Umsatz erreichte die Schwelle von 1 Mrd. Dollar. Das waren acht Prozent mehr als im vergangenen Jahr.
Mit Genzyme könnte Sanofi seine Stellung im weltgrößten Pharmamarkt USA ausbauen. Wie bei anderen Wettbewerbern laufen auch bei Sanofi in absehbarer Zeit mehrere Patente aus und die Konzernlabors liefern offenbar nicht ausreichend Nachschub an neuen Wirkstoffen, um die Ausfälle auszugleichen.