Zeit für BörsengängeScan Energy legt los
Der Aktienmarkt bietet offenbar wieder günstigere Perspektiven für Neueinsteiger. Am 9. Dezember will der Wind- und Solarparkbetreiber Scan Energy den Sprung an die Börse wagen.
Mit geplanten Bruttoeinnahmen von 228 bis 280 Millionen Euro aus einer Kapitalerhöhung im Zuge des Börsengangs will das Unternehmen vor allem sein weiteres Wachstum finanzieren. Dazu gehören mehrere Wind- und Solar-Projekte in Polen und in Italien, erklärte Firmenchef und Gründer Karsten Olsen. Das Unternehmen mit Sitz in Dänemark und operativer Zentrale in Hamburg strebt eine Notierung im Prime Standard der Börse an.
Börsengänge waren zuletzt angesichts der Finanzkrise eine Rarität. Inzwischen hat sich das Marktumfeld aber wieder aufgehellt. So plant der größte deutschen Baukonzern Hochtief ebenfalls im Dezember den Börsengang seiner Infrastruktur-Sparte Hochtief Concessions. Hier könnte das Volumen sogar die Milliardenschwelle erreichen.
Bis zu 20,125 Mio. Scan-Energy-Aktien sollen Investoren zur Zeichnung angeboten werden. Davon stammten bis zu 17,5 Mio. Aktien aus einer Kapitalerhöhung, , teilte das Unternehmen mit. Bis zu 2,625 Mio. Anteilsscheine kommen demnach aus dem Bestand von Altaktionären im Rahmen einer Mehrzuteilung (Greenshoe).
Bei einer Platzierung aller Aktien läge der Streusitz bei 48,6 Prozent. Die Preisspanne soll am 30. November veröffentlicht werden. Die Zeichnungsfrist läuft dann diesen Angaben zufolge vom 1. bis zum 7. Dezember. Begleitet wird der Börsengang von HSBC Trinkaus & Burkhardt. Mit im Boot sind auch Macquarie Capital und die Societe Generale.
Die 2003 gegründete Scan Energy kommt mit seinen Windkraft- und Solarstromanlagen derzeit auf ein Bruttoproduktionsvolumen von 514 Megawatt, der Großteil des Stroms wird in Deutschland erzeugt.
In den ersten neun Monaten 2009 kam das Unternehmen auf einen Umsatz von 71,2 Mio. Euro - ein Plus von 40 Prozent binnen Jahresfrist. Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) verdiente Scan Energy 47,2 (36,2) Mio. Euro. Wegen hoher Investitionen blieb unter dem Strich ein Verlust von 8,9 Mio. Euro nach einem Minus von 1,9 Mio. Euro ein Jahr zuvor.