Wirtschaft

Zwei Villen in St. Moritz: Schickedanz verscherbelt Häuser

Jetzt muss die ehemalige Großaktionärin des Handelskonzerns Arcandor beweisen, wie geschäftstüchtig sie ist. Es geht darum, Schulden in dreistelliger Millionenhöhe bei Sal. Oppenheim zurückzuzahlen.

Madeleine Schickedanz muss die Nerven behalten. Angeblich ist die Tochter des Quelle-Firmengründers nach ihrem Schwächeanfall gesundheitlich angeschlagen.
Madeleine Schickedanz muss die Nerven behalten. Angeblich ist die Tochter des Quelle-Firmengründers nach ihrem Schwächeanfall gesundheitlich angeschlagen.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Laut Presseinformationen hat Madeleine Schickedanz dazu kurz vor Jahresende zwei ihrer Villen in St. Moritz verkauft.

Wie "Bild am Sonntag" unter Berufung auf einen Vertrauten der Quelle-Erbin berichtete, ging die Villa Müstaila für umgerechnet 37 Mio. Euro an die Slowenin Mirka Horvat, Chefin der Immobiliengesellschaft Horvista AG. Die andere Immobilie erwarb demnach der deutsche Bankier Philip Mallinckrodt, Verwaltungsratspräsident der Schweizer Privatbank Schroder & Co, für umgerechnet zehn Mio. Euro.

Der Verkauf der beiden Häuser gilt der Zeitung zufolge als zweitgrößter Immobiliendeal in der Geschichte von St. Moritz, das zu den zehn teuersten Wohnorten der Welt zählt. Die Ex-Milliardärin will damit ihre Darlehensschuld von geschätzt 200 Mio. Euro bei der Bank Sal. Oppenheim reduzieren. Das Darlehen, das sie für den vergeblichen Versuch der Rettung des Arcandor-Konzerns aufgenommen hatte, ist mit insgesamt elf wertvollen Immobilien gesichert. Dazu gehört auch Schickedanz' Elternhaus im fränkischen Hersbruck.

Der Vertraute sagte dem Blatt, Schickedanz hoffe, durch die Veräußerung der verbliebenen neun Immobilien zu einem "marktgerechten Preis" in diesem Jahr "zu einer gütlichen Einigung" mit der Bank Sal. Oppenheim zu kommen. Sckickedanz zählte noch vor wenigen Jahren zu den reichsten Deutschen.

Der Handelsriese Arcandor hatte im Juni 2009 Insolvenz angemeldet. Schickedanz' Milliarden steckten zum großen Teil in dem Konzern. Viel zu verteilen gab es nicht mehr. Der ehemalige Vorstandchef Thomas Middelhoff hatte zuvor alles verscherbelt, was noch zu Geld zu machen war. Am Tag der Insolvenz erlitt Schickedanz einen Zusammenbruch.

Gloria hat es vorgemacht

Die Aufräumarbeiten im "Schuldennachlass" erinnern an die der Fürstin Gloria von Thurn und Taxis, die nach dem Tod ihres Gatten Johannes 1990 auf einem Schuldenberg von 400 Mio. Euro saß. Hinzu kam eine saftige Erbschaftssteuer.

Gloria von Thurn und Taxis hat sich nicht unterkriegen lassen. Sie sanierte das Familienunternehmen erfolgreich.
Gloria von Thurn und Taxis hat sich nicht unterkriegen lassen. Sie sanierte das Familienunternehmen erfolgreich.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Die Fürstin gab nicht auf und mutierte zur knallharten Geschäftsfrau. Sie konzentrierte das Geschäft wieder auf den konservativen Kern und stieß alle unsicheren und unrentablen Firmenteile ab. Nicht nur das Tafelsilber der Familie wurde verscherbelt. Sie ließ 1993 und 1995 wesentliche Teile des Familienerbes über Sotheby’s für 26 Mio. Euro versteigern und konnte damit das Thurn & Taxis-Imperium sanieren. Auch ein Teil des Hofstaats auf Schloss St. Emmeram in Regensburg, dem Stammsitz der Familie, wurde entlassen.

Madeleine Schickedanz wird sich hier vielleicht das eine oder andere abschauen können.

Quelle: n-tv.de

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