Wirtschaft

AusgedrucktSchlott wird zerschlagen

04.03.2011, 17:57 Uhr

Der harte Preiskampf in der Druckerbranche hat ein Opfer. Schlott aus Freudenstadt ist am Ende. Einzelne Unternehmensteile werden veräußert. Die Gruppe hatte Mitte Januar Insolvenz angemeldet.

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Schlott hat als Ganzes keine Zukunft mehr. (Foto: dpa)

Der zweitgrößte europäische Druckereikonzern Schlott wird die Insolvenz als eigenständiges Unternehmen nicht überleben. Insolvenzverwalter Siegfried Beck werde das Unternehmen mit 1500 Mitarbeitern aus dem baden-württembergischen Freudenstadt "im Wege der übertragenden Sanierung" verkaufen, teilte Schlott mit.

Somit bietet Beck die einzelnen Unternehmensteile zum Kauf an, so dass von der Schlott Gruppe AG am Ende nur eine leere Hülle bleibt. Die Schlott-Aktionäre gehen damit ebenfalls leer aus. Die Aktie fiel um 40 Prozent auf 58 Cent.

Branchenbeobachter rechnen damit, dass sich potenzielle Käufer nur für einzelne Teile von Schlott interessieren werden. Der Verkaufsprozess soll noch im Frühjahr abgeschlossen sein, Beck hatte von regem Interesse von Investoren berichtet. Schlott produziert derzeit mit Hilfe eines Massekredits weiter. Das Insolvenzverfahren soll voraussichtlich im April eröffnet werden.

Harter Preiskampf

Die Gruppe hatte Mitte Januar Insolvenz angemeldet, nachdem Gläubiger den Geldhahn zugedreht hatten und sich kein Investor fand. Schlott war aus mehreren Zeitschriften- und Katalogdruckern unter anderem in Freudenstadt, Nürnberg, Hamburg und Landau in der Pfalz entstanden. Größer ist in Europa nur Prinovis - eine Gemeinschaftsfirma von Bertelsmann, Axel Springer und Gruner + Jahr.

In der Druckbranche tobt seit Jahren wegen Überkapazitäten ein harter Preiskampf, zum Teil schrumpfen mit der steigenden Internet-Nutzung auch die Auflagen.

Quelle: rts