Montag, 21. Dezember 2009
Welche Krise? : Sekt geht immer
Die Deutschen lassen trotz der Finanz- und Wirtschaftskrise in diesem Jahr häufiger die Gläser klingen: Der Sektmarkt ist laut dem Verband Deutscher Sektkellereien entgegen den Erwartungen in den ersten zehn Monaten 2009 gewachsen.Auch für das gegenwärtig auf Hochtouren laufende Weihnachts- und Silvestergeschäft sind die deutschen Sekthersteller optimistisch. "Wir schauen auf dieses Jahr mit Zufriedenheit", sagte Verbandssprecher Walter Bischof. Der Trend, zu Hause zu feiern, sorge letztlich auch dafür, dass das eine oder andere Gläschen mehr als in der Gaststätte getrunken werde.
Nach Verbandszahlen ist der Absatz der deutschen Sekthersteller in diesem Jahr bis Ende Oktober um 6,7 Prozent kräftig gestiegen. Für das Gesamtjahr 2009 rechnet der Verband mit einem Absatzplus von fünf Prozent. Damit würde der deutsche Sektmarkt erstmals seit mehreren Jahren wieder wachsen. Neben dem Trend zur Feier in den eigenen vier Wänden spielten weitere Faktoren eine Rolle. So sei das Sektangebot in den Regalen des Handels vielfältiger geworden. "Rosé-Sekt hatte vor 5 Jahren nur einen Anteil von zwei Prozent am Sektmarkt. In diesem Jahr werden wir die 10-Prozent-Marke knacken", erläuterte Bischof.
Der Anteil der deutschen Sekthersteller am Inlandsmarkt steige von 80 Prozent in Richtung 85 Prozent deutlich an. Einzelne ausländische Marken hätten infolge von Preiserhöhungen Absatz verloren, erläutere der Verbandssprecher. Außerdem habe in den oberen Preislagen deutscher Premiumsekt gegenüber Champagner Boden gutgemacht.
Der Gesamtabsatz von Sekt im deutschen Lebensmittelhandel sowie den Drogeriemärkten ist laut Nielsen in den ersten zehn Monaten 2009 um knapp ein Prozent gestiegen. Auch der Umsatz nahm nach Erkenntnissen der Marktforscher um knapp ein Prozent zu. Diese Zahlen wurden um Kalendereffekte bereinigt. Die Preise blieben den Angaben zufolge unter dem Strich stabil. Das berichtet auch der Verband Deutscher Sektkellereien. Supermärkte böten Sekt im laufenden Weihnachts- und Silvestergeschäft in einem größeren Umfang zu Aktionspreisen an.
dpa
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