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Zähes Ringen um T-Mobile-USA-Deal: Senator stellt sich quer

Weil T-Mobile USA der Konkurrenz hinterherläuft, beschließt die Deutsche Telekom, sich von der Tochter zu trennen. Einen dankbaren Abnehmer findet das Bonner Unternehmen in AT&T. Nun steht der Milliarden-Deal unter Beschuss: Ein Veteran im US-Senat sieht den Wettbewerb auf dem Mobilfunkmarkt bedroht und appelliert an die Kartellbehörden.

US-Senator Herb Kohl sieht bei einem Verkauf von T-Mobile USA den Wettbewerb gefährdet.
US-Senator Herb Kohl sieht bei einem Verkauf von T-Mobile USA den Wettbewerb gefährdet.(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Der milliardenschwere Verkauf von T-Mobile USA an den großen Rivalen AT&T wird zur Zitterpartie. In mehreren US-Staaten und in Washington formiert sich Widerstand - weil von aktuell vier landesweiten Mobilfunkanbietern dann nur noch drei übrig blieben. Die Sorge ist, dass die Preise steigen und der Service abnimmt.

Nun hat ein einflussreicher Senator die Kartellbehörden aufgerufen, das Geschäft zu untersagen. Im Mobilfunkmarkt gebe es bereits heute nur noch wenige Anbieter, schrieb der Demokrat Herb Kohl an den zuständigen Netzregulierer FCC und das ebenfalls zuständige Justizministerium. Mit dem Zusammenschluss würde der Wettbewerb weiter leiden und am Ende würden die Verbraucher geschädigt.

Wettbewerb oder Verfügbarkeit?

Kohl sitzt dem Senate Judiciary Subcommittee on Antitrust, Competition Policy and Consumer Rights vor, einem Wettbewerbs-Unterausschuss. Bei einer Judiciary-Committee-Anhörung im Mai hatten AT&T-Chef Randall Stephenson und der Chef von T-Mobile USA, Philipp Humm die Sorgen zu zerstreuen versucht. AT&T verspricht einen zügigen Ausbau des in vielen Teilen des Landes lückenhaften Mobilfunknetzes.

AT&T-Chef Randall Stephenson und sein Telekom-Kollege bei ihrer Anhörung am 26. mai 2011.
AT&T-Chef Randall Stephenson und sein Telekom-Kollege bei ihrer Anhörung am 26. mai 2011.(Foto: REUTERS)

Durch dieses Versprechen hat die Firma in der Unternehmenswelt eine ganze Reihe an Fürsprechern gewonnen. Microsoft, Facebook, Yahoo und andere Größen der Internet-Branche drängten die Wettbewerbshüter in einem gemeinsamen Brief, dem Geschäft zuzustimmen. Die aktuellen Netze seien dem Ansturm von Smartphones, Tablet-Computern und Laptops kaum noch gewachsen, hieß es darin. "Der Kauf von T-Mobile durch AT&T stellt eine kurzfristige Möglichkeit dar, der steigenden Nachfrage Herr zu werden."

Verizon fürchtet sein Ende

Im März hatte die Deutsche Telekom verkündet, ihre ungeliebte US-Mobilfunktochter für 39 Milliarden Dollar an AT&T zu verkaufen und sich im Gegenzug an dem US-Konzern zu beteiligen. Vor allem der kleinere Mobilfunk-Rivale Sprint Nextel läuft gegen das Geschäft Sturm, weil er fürchtet, zwischen AT&T und dem zweiten großen Telekomkonzern Verizon zerrieben zu werden.

Bei Verizon fürchtet man auf Grund des Deals um Zukunft.
Bei Verizon fürchtet man auf Grund des Deals um Zukunft.(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Sowohl die Telekom als auch AT&T haben sich auf einen langen Gang durch die Instanzen der US-Wettbewerbsbehörden eingestellt. Ihrer Schätzung nach wird es bis zum März kommenden Jahres dauern, bis die Genehmigung vorliegt. Beide Seiten rechnen aber unbeirrt mit einem Ja der zuständigen Stellen.

Die Telekom will sich zurückziehen, weil T-Mobile USA derzeit als Nummer vier der US-Mobilfunker den Großen hoffnungslos unterlegen ist. In vielen Teilen des riesigen Landes bekommt man mit T-Mobile gar keinen Empfang.

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Quelle: n-tv.de

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