Dienstag, 18. Mai 2010
Ökologische Bedenken über Bord: Shell-Anleger wollen Ölsand
Der Energiekonzern Royal Dutch Shell hält an seinen milliardenschweren Investitionen in das kostspielige Geschäft mit Ölsand in Kanada fest. Mehr als 94 Prozent der Aktionäre hätten auf der Hauptversammlung gegen eine Resolution für einen Rückzug gestimmt. Darin sei es vor allem um finanzielle Risiken eines Engagements gegangen. Einige Shell-Investoren fürchten negative Auswirkungen neuer Klimaschutzgesetze auf diesen Geschäftsbereich. Der größte europäische Ölkonzern nach Marktwert erklärte indes, diese Aufwendungen seien bereits berücksichtigt worden.
Die Aktie der niederländisch-britischen Firma legte in London mehr als ein Prozent zu. Erst im April war bei dem wegen der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko in der Kritik stehenden Ölkonzern BP einen ähnlicher Einspruch gescheitert.
Die Energiegewinnung aus Ölsand stößt auf viel Kritik, weil dabei besonders viele Treibhausgase freigesetzt, mehr Wasser verbraucht und die Landschaft stärker zerstört wird als bei der herkömmlichen Ölgewinnung. Zuletzt ist ein Tochterunternehmen des chinesischen Staatskonzerns Sinopec für 4,65 Mrd. US-Dollar ins kanadische Ölsand-Geschäft eingestiegen. Kanada verfügt über eines der größten Vorkommen dieses Energieträgers.
rts
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