Freitag, 04. September 2009
Die Haftpflicht könnte greifen: Siemens hofft auf Versicherer
Versicherungskonzerne könnten einem Zeitungsbericht zufolge einen kleinen Teil des Schadens übernehmen, den die Korruptionsaffäre bei Siemens hinterlassen hat. Noch scheint die Sache nicht in trockenen Tüchern zu liegen.
Wenn es 2,5 Mrd. regnet, der Schirm aber nur für maximal 250 Mio. ausgelegt ist, kommt einiges an Nässe durch.
(Foto: REUTERS)
Der Münchener Elektrokonzern und ein Versicherungskonsortium unter Führung der Allianz hätten sich auf die Zahlung von rund 100 Mio. Euro verständigt, heißt es in einem Vorab-Bericht der "Welt am Sonntag". Es sei noch nichts unterschrieben, aber man habe sich prinzipiell geeinigt, schreibt das Blatt unter Berufung auf eine mit dem Vorgang vertraute Person aus dem Umfeld des Unternehmens.
Das Geld soll demnach aus einer Managerhaftpflichtversicherung fließen, die Siemens für die Jahre 2004 bis 2007 für die damaligen Vorstände abgeschlossen habe. Ein Siemens-Sprecher erklärte dazu am Freitagabend lediglich: "Wir stehen in Gesprächen auch mit den Versicherern." Nähere Angaben machte er nicht.
Die Aufarbeitung der Korruptionsaffäre hat den Konzern bisher rund 2,5 Mrd. Euro gekostet. Siemens hatte deshalb einen Schaden über die maximale Deckungssumme von 250 Mio. Euro bei den Versicherungen angemeldet, schreibt die "Welt am Sonntag".
Die nun angeblich vereinbarte Zahlung von 100 Mio. Euro sei ein Vergleich. Für Siemens seien die Verhandlungen schwierig gewesen, weil der Konzern 2004 den bisherigen Konsortialführer, den US-Versicherer AIG, durch die Allianz ersetzt habe.
Die Zahlung von 100 Mio. Euro verteile sich auf fünf Versicherer, die sich teils rückversichert hätten. Auf diese Weise entfalle auf die Allianz dem Vernehmen nach nur ein Nettoschaden von weniger als 15 Mio. Euro, schreibt die Zeitung.
mmo/dpa
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