Wirtschaft
Rechts der alte, links der neue Chef: Peter Löscher und Joe Kaeser
Rechts der alte, links der neue Chef: Peter Löscher und Joe Kaeser(Foto: picture alliance / dpa)

Kaeser soll neuer Chef werden: Siemens sägt Löscher ab

Peter Löscher steht nicht länger an der Spitze von Siemens: Nach einer Serie von Misserfolgen muss der Manager seinen Posten räumen. Der Aufsichtsrat soll sich bereits auf Finanzchef Kaeser als Nachfolger verständigt haben.

Nach einer Serie von Rückschlägen muss Siemens-Chef Peter Löscher seinen Posten räumen. Der Aufsichtsrat des Elektrokonzerns werde in seiner Sitzung am kommenden Mittwoch das vorzeitige Ausscheiden Löschers beschließen, teilte das Unternehmen nach Marathon-Beratungen der Aufseher in München mit. Ein Nachfolger wurde zunächst nicht benannt, doch läuft alles auf Siemens-Finanzchef Joe Kaeser hinaus: Übereinstimmenden Medienberichten zufolge soll er eine Mehrheit der Kontrolleure hinter sich haben.

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Auch in gut informierten Kreisen hatte es geheißen, das Pendel schlage für Kaeser aus. Formell beschließen will der Aufsichtsrat die Ablösung Löschers und den Nachfolger erst am kommenden Mittwoch in seiner nächsten regulären Sitzung.

Löschers Rauswurf hatte sich in den vergangenen Tagen bereits abgezeichnet, nachdem Siemens am Donnerstag die Börsen mit einer neuerlichen Gewinnwarnung verschreckte. Das für 2014 angepeilte operative Gewinnziel von mindestens zwölf Prozent werde voraussichtlich nicht erreicht, erklärte das Unternehmen und schickte die Aktie damit auf steile Talfahrt. Es war bereits die zweite Gewinnwarnung innerhalb von nicht einmal drei Monaten.

"Mir bläst jetzt der Wind ins Gesicht"

Siemens-Chefaufseher Gerhard Cromme hatte Löscher 2007, mitten im Strudel des milliardenschweren Schmiergeld-Skandals, an die Konzernspitze geholt. Damals galt er als Hoffnungsträger, doch kämpfte er immer wieder mit Problemen wie zuletzt mit Konjunkturflaute, einer nachlassenden Wachstumsdynamik in Schwellenländern wie China sowie teuren, hausgemachten Projektpannen. Dazu gehören die verspätete Lieferung von ICE-Zügen an die Deutsche Bahn und Verzögerungen bei der Anbindung von Nordsee-Windparks.

Schon für das laufende Geschäftsjahr, das am 30. September endet, hatte Löscher die Gewinnprognose angesichts der Probleme Anfang Mai kappen müssen. Das nun kassierte Gewinnziel für 2014 galt allerdings als Kernstück des milliardenschweren Sparprogramms "Siemens 2014". Für sein Erreichen waren Löscher und Kaeser persönlich eingetreten.

Trotz der Pannenserie hatte sich Löscher bis zuletzt kämpferisch gegeben. "Mir bläst jetzt der Wind ins Gesicht, aber es war noch nie meine Art, aufzugeben oder schnell die Segel zu streichen", sagte der Manager der "Süddeutschen Zeitung". "Ich habe einen Vertrag bis 2017, und gerade jetzt ist der Kapitän bei Siemens mehr gefragt denn je."

Quelle: n-tv.de

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