Regierung dementiert vehementSorge um Irlands Finanzen
Aufruhr auf den europäischen Börsenmärkten: Braucht Irland angesichts seiner klammen Staatsfinanzen eine Geldspritze aus dem Ausland? Da ist nichts dran, heißt es prompt aus dem Finanzministerium. Schuld an den Spekulationen sei ein falsch interpretierter Analystenkommentar.
Das irische
Finanzministerium hat die an den Märkten kursierende Spekulation, wonach das
Land externe Finanzhilfe benötige, zurückgewiesen. "An diesem Gerücht ist
absolut nichts dran", erklärte ein Sprecher der Behörde. Die Spekulation
gehe auf eine falsche Interpretation eines Analystenkommentars zurück.
Die Zeitung
"Irish Independent" hatte unter Bezug auf eine Studie der
Investmentbank Barclays Capital berichtet, die irische Regierung stehe kurz vor
einem Hilfeersuchen an den Internationalen Währungsfonds, IWF. Ein IWF-Sprecher
bestätigte jedoch die Aussagen der irischen Regierung und erklärte, der
Währungsfonds rechne nicht mit einem Ersuchen aus Dublin.
In den vergangenen
Wochen sind die Renditeaufschläge für irische Anleihen wegen der anhaltenden
Sorgen über die Kosten zur Rettung der angeschlagenen Banken des Landes
kontinuierlich gestiegen. Am Freitag wurde der höchste Stand seit der
Einführung des Euros erreicht. So stieg die Rendite für zehnjährige
irische Staatsanleihen auf 6,15 Prozent. Am Vortag hatte sie noch bei 5,914
Prozent gelegen. Für entsprechende deutsche Anleihen lag die Rendite bei rund
2,42 Prozent. Die Rendite irischer Anleihen liegt aber noch deutlich unter
derjenigen von Griechenland (11,42 Prozent).
Viele Anleger
zweifeln, ob der irische Staat in der Lage sein wird, die Rekapitalisierung der
Banken zu tragen. Nach der Barclays-Studie könnten die Kosten zur
Restrukturierung des irischen Bankensektors auf einen Anteil von 31 Prozent am
Bruttoinlandsprodukt steigen.